Dormagen : Ringer trauern um Hans von Zons

Der Ehrenpräsident des AC Ückerath ist im Alter von 81 Jahren verstorben.

(-vk) Seinen Geburtstag am 21. Mai hat Hans von Zons noch erlebt. Sechs Tage später ist der Ehrenvorsitzende des AC Ückerath im Alter von 81 Jahren verstorben. „Sein Name wird ewig mit dem AC Ückerath verbunden bleiben“, sagt Detlev Zenk, der 1995 seine Nachfolge als Vereinsvorsitzender des „Dorfklubs“ antrat.

Eines Dorfklubs, der Ringergeschichte geschrieben hat. Denn die Ückerather sind Pioniere des Frauenringens in Deutschland. Und neben dem heute noch als Trainer tätigen Heinz Schmitz gehörte Hans von Zons zu den treibenden Kräften, die 1982 die erste Damen-Abteilung innerhalb des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) gründeten. Kein Wunder, dass der AC Ückerath sein mittlerweile zum Grand-Prix aufgewertete Internationale Turnier schon zu Lebzeiten nach ihm benannt hat.

Begonnen hatte seine „sportliche“ Laufbahn allerdings bei den Turnern, denn zehn Jahre lang war der ehemalige Hausmeister der Salvator-Grundschule Turnwart im Turnverein Gut Heil Nievenheim. Als am 3. April 1961, einem Ostermontag, 13 Männer in der Gaststätte „Manes am Bösch“ den Athletenclub Ückerath aus der Taufe hoben, war Hans von Zons dabei. 22 Jahre leitete er dessen Geschicke als Geschäftsführer, 1976 wurde er erstmals zum Vorsitzenden gewählt. Ein Amt, dass er bis 1995 inne hatte. Unter seiner Führung stieg die Männermannschaft bis in die Zweite Bundesliga auf, unter seiner Führung wurde Ückerath zur ersten Adresse für Frauenringen in Deutschland.

Doch Sport und Ringen waren nicht die einzigen Interessen von Hans von Zons, dessen Verdienste mit der Ehrennadel des DRB und dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt wurden. Er war Mitglied der Kirmesgesellschaft „Selde Blömche“ und 1967/68 deren Hahnenkönig. Er war Mitgründer der „Schockfreunde Nievenheim“, leidenschaftlicher Sammler (unter anderem von Zigarettenschachteln, obwohl er Nichtraucher war) und ebenso leidenschaftlicher Schmalfilmer, der das sportliche Geschehen im Rhein-Kreis mit seiner Kamera festhielt, als noch keiner an Handy-Videos dachte, und Herausgeber der 300 Seiten starken „Ückerather Dorfchronik“. Und das alles mit einer Herzlichkeit und einem Humor, die in der aktuellen Sportszene zur Seltenheit geworden sind. Deshalb trauert nicht nur der AC Ückerath um seinen Ehrenvorsitzenden.

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