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Jüchen: "Rheinischer Hof" wird endlich saniert

Jüchen : "Rheinischer Hof" wird endlich saniert

Ein Ärgernis am Jüchener Markt verschwindet: Im seit Jahren leer stehenden "Rheinischen Hof" haben Sanierungsarbeiten begonnen.

Anwohner ärgerten sich über das immer mehr verfallende Gebäude, Politiker diskutierten über den "Rheinischen Hof" und Bürgermeister Harald Zillikens bezeichnete das verwahrloste Haus sogar als "Schandfleck". Früher bekannt als Kneipe mit Kegelbahn und Tanzsaal, stand das alte Gebäude fast zehn Jahre leer — die letzten Bewohner sollen das Haus im Jahr 2003 verlassen haben. Die Besitzer wechselten, doch lange tat sich nichts an dem markanten Bauwerk am Markt im Jüchener Ortskern.

Nun steht ein Gerüst vor dem aus den 1920er Jahren stammenden Haus. Erste Sanierungsmaßnahmen am undichten Dach und an der Fassade haben begonnen, zudem wurden die Innenräume komplett vom Müll befreit.

Ende 2010 hatte der Grevenbroicher Stephan Dammert den herunter gekommenen Komplex gekauft. Und er hat sich fest vorgenommen, den "Rheinischen Hof" unter anderem für Gewerbetreibende wieder attraktiv zu machen. Erste Interessenten seien ihm schon bekannt, Namen nennt Stephan Dammert aber noch nicht. "Eine Fläche von mehr als 750 Quadratmetern — verteilt auf vier Etagen — könnte zur Miete angeboten werden", erklärt er seine Pläne.

"So könnte das marode Gebäude vielleicht schon im Sommer 2013 als Raum für ,stilles Gewerbe', für den Einzelhandel, für Büros oder für Arztpraxen dienen", wie der Düsseldorfer Architekt Heimo Amen erklärt. Der Einzug einer neuen Kneipe oder gar eines Brauhauses sei hingegen unwahrscheinlich, da die Auflagen der Ämter das nicht mehr möglich machen würden, sagt Dammert. Im Hauptausschuss erklärte Bürgermeister Zillikens, dass die Wirtschaftsförderung den Eigentümer bei der Suche nach geeigneten Mietern unterstützt.

Doch bevor das Gebäude vermietet werden kann, muss es in einem aufwendigen Prozess kernsaniert werden: "Die Fassade hat gelitten", sagt Dammert. Neben neuen Fenstern müsse auch das undichte Dach, das seit einigen Jahren als "Taubenschlag" diente, erneuert werden. Zu all dem kommt der Innenausbau hinzu — die Räume sollen modern gestaltet werden. "Die Kosten für den Umbau lassen sich momentan noch kaum schätzen und variieren auch je nach den Wünschen der künftigen Mieter", erzählt der Eigentümer.

Nach über einem Jahr Zusammenarbeit mit dem Architektenbüro des Düsseldorfers Heimo Amen wurde jetzt der Antrag zum Umbau bei der Gemeinde eingereicht. "Weil keine Baupläne und keine Bestandsunterlagen existierten, musste das Haus ganz neu ausgemessen werden, bevor konkrete Pläne zum Umbau entstehen konnten", sagt Amen, der über fünfzig-Mal vor Ort war. Laut Gemeindeverwaltung wurden die Pläne mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt.

Trotz seines Erscheinungsbildes stößt das Gebäude mit markantem städtebaulichen Charakter laut Amen bei verschiedenen Unternehmen vor allem wegen seiner attraktiven Lage auf Interesse. Auch Dammert ist sich sicher, dass er die Flächen vermieten kann: "Wir müssen jetzt nach vorne schauen. Ich hoffe, dass das Gebäude nie wieder dem Verfall ausgesetzt wird."

(cka)