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Rhein-Kreis Neuss in fünf Sportarten bei den Finals dabei

Die Finals in Berlin : Aus dem Rhein-Kreis Neuss auf nach Berlin

Die Finals haben sich nach kurzer Zeit schon viel Anerkennung in der deutschen Sportlandschaft erworben. Ab Donnerstag werden in der Hauptstadt 190 DM-Titel vergeben. In fünf Sportarten gehen heimische Aktive an den Start. 

Sowohl die Premiere im Jahr 2019 als auch die zweite Auflage im vergangenen Jahr haben den erhofften Effekt gebracht. Die Entscheidungen über die Deutschen Meisterschaften in etlichen sogenannten Randsportarten, also fast alle außer Fußball, unter der Marke „Die Finals“ zusammenzufassen und das öffentlich-rechtliche Fernsehen ins Boot zu holen, hat für mehr Aufmerksamkeit gesorgt. In diesem Jahr sind es 14 Sportarten, die ihre nationalen Titelträger von Donnerstag bis Sonntag in Berlin küren. Stolze 190 Titel werden an den vier Tagen vergeben. Ein paar davon vielleicht auch an Aktive aus dem Rhein-Kreis Neuss, die in fünf Sportarten vertreten sein werden.

Turnen Im vergangenen Jahr hatten die Deutsche Meisterschaften für die Dormagener Weltklasse-Turnerin Sarah Voss im Vorfeld der Olympischen Spielen von Tokio eine ganz besondere Bedeutung, doch auch 2022 reist die 22-Jährige mit großen Ambitionen an. Dass ihre Formkurve nach oben zeigt, bewies sie zuletzt mit ihrem zweiten Platz beim World Challenge Cup im kroatischen Osijek. Läuft alles nach Plan, hat Voss viel vor. Im Mehrkampf will sie sich am Freitag in der Max-Schmeling-Halle für alle vier Gerätefinals qualifizieren. Am Samstag stehen Stufenbarren und Sprung sowie am Sonntag Balken und Boden auf dem Programm. „Sarah freut sich auf die DM. So im Fokus zu stehen, ist auch für die Turnerinnen etwas Besonderes“, sagt Mutter Sabine Voss.

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Leichtathletik In diesem Jahr ist der TSV Bayer Dormagen mit drei Aktiven bei den nationalen Titelkämpfen vertreten, die im Olympiastadion über die Bühne gehen. Die besten Chancen hätte normalerweise 800-Meter-Spezialistin Tanja Spill. Doch der bisherige Verlauf ihrer Freiluftsaison, in der sie sich eigentlich für WM und EM qualifizieren wollte, ist nicht gerade sehr ermutigend. Gesundheitliche Probleme verhinderten bislang Zeiten, die Hoffnung auf mehr machen. Dennoch will sich die 26-Jährige der nationalen Konkurrenz stellen. „Ich werde an den Start gehen, alles Weitere wird sich zeigen“, meint Spill, die sich offenbar nicht in die Karten schauen lassen möchte. Die 800 Meter der Frauen stehen am Samstag um 11.20 Uhr an. In Berlin ebenfalls dabei sind Weitspringer Samuel Claudy, der sein Ticket kürzlich mit einem Satz auf 7,50 Meter löste, und Zehnkämpfer Nico Beckers, der die Qualifikation für die 110-Meter-Hürden in der Tasche hat.

 Die Schwimmer Aaron Schmidt (l.) und Tobias van Aggelen.
Die Schwimmer Aaron Schmidt (l.) und Tobias van Aggelen. Foto: NSV

Fechten Ziemlich stressig geht es in diesen Tagen für die Säbelfechter des TSV Bayer Dormagen zu. Waren Damen und Herren übers Wochenende noch bei den Europameisterschaften im türkischen Antalya gefordert, geht‘s schon ab Donnerstag im Kuppelsaal des Berliner Olympiaparks weiter. Den Anfang machen die Herren um Topfavorit Matyas Szabo aus Dormagen. „Wenn der Fokus so auf Matyas ist, liegt ihm das nicht. Das wird kein Selbstläufer“, sagt Olaf Kawald, Cheftrainer und Sportlicher Leiter der Dormagener Fechter. Nach den Mannschaftsentscheidungen sind ab Samstag die Frauen mit dem Säbel dran. Vom TSV, an den achtmal in Folge der Titel ging, werden unter anderen Anna Limbach und U23-Europameisterin Larissa Eifler auf die Planche gehen. „Ob wir wieder gewinnen, ist nicht sicher. Die Konkurrenz aus Künzelsau ist stark“, betont Olaf Kawald.

Schwimmen Die Talente des Neusser SV haben in den Corona-Jahren fleißig gearbeitet, gleich zehn Schützlinge von Leistungssporttrainer Francisco Frederico haben sich für die Wettkämpfe in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark qualifiziert. Dort steht von Donnerstag bis Sonntag ein sattes Programm mit den unterschiedlichen Stilen und Strecken auf dem Programm. Aus Neusser Sicht mit den besten Chancen reisen Tobias von Aggelen und Aaron Schmidt an. Wobei für Lagenspezialist van Aggelen (Jahrgang 2004) mit seiner Teilnahme an der Jugend-Europameisterschaften noch der Saisonhöhepunkt bevorsteht. Schmidt (Jahrgang 2000) hat über 200 Meter Schmetterling eine Zeit von 2:00,04 Minuten zu Buche stehen, womit er auf Platz drei in der deutschen Jahresbestenliste rangiert. Weiter sind für den NSV dabei Melina Athanasopoulou, Antonia Klöcker, Maja-Nova Klöcker, Julia Znachowksa, Silas Büssing, Florian Schauerte, Florian Stolle und Moritz Winkelmann.

Moderner Fünfkampf Auf ihren besten Mann müssen die Fünfkämpfer des Neusser SV in diesem Jahr verzichten. Christoph Lemken, voriges Jahr bei den Finals Fünfter der Gesamtwertung und Sieger bei den Junioren, zog sich einen Bänderriss zu und fällt aus. Qualifiziert für Berlin haben sich dagegen Sarah Dicks und Mika Adam, für die es als 17-Jährige aber hauptsächlich darum geht, in Konkurrenz zu den Junioren und Erwachsenen wichtige Wettkampferfahrung zu sammeln. Wobei zuletzt hinter dem Einsatz von Mika Adam nach einer Corona-Erkrankung ein Fragezeichen stand.