Galopp : Rennbahn sammelt Pluspunkte

Weil sich vor allem dank der Arbeit von Peter Ritters einiges verbessert hat auf der Neusser Galopprennbahn, sind aus der zuletzt vorherrschenden Kritik inzwischen Komplimente für den Reiter- und Rennverein geworden. Trotzdem bleibt am Hessentor noch viel zu tun.

"Das haben die in Neuss aber ordentlich hinbekommen. Hier kann man es als Besucher gut aushalten." Komplimente dieser Art für die Galopprennbahn am Hessentor waren in den letzten Jahren Seltenheiten. Das Zitat stammt von Guido Göbel, Berichterstatter des traditionsreichen Fachblattes "Sport-Welt" über die Neusser Rennen.

Gemeint war ganz allgemein die Qualität der Gastronomie, der Zustand des trotzdem unverändert auswechslungsbedürftigen Geläufs und auch etliche andere Details. Eine Besucherin aus Dortmund, auf allen deutschen Rennbahnen zu Hause: "Vom Top-Zustand der Toiletten können sich die meisten anderen Bahnen von Neuss eine Scheibe abschneiden. Auch Dortmund."

Der Container für die Betreuung des Nachwuchses durch den Neusser Kinderschutzbund ist zwar kein Augenschmaus, mittlerweile aber äußerlich einer Verschönerungskur unterzogen worden. Das wettende Publikum der Kategorie "Zocker" fühlt sich in der Wetthalle und im Tribünen-Atelier bestens aufgehoben und auch der Stand mit Getränken und typischen Sportplatz-Speisen ist akzeptiert. Weihnachtsbäume standen reichlich auf dem Gelände und für die Freunde anderer Sportarten kann man an den normalen Sonntagen bei Wetten-Sieberts bequem die Fußball-Bundesliga verfolgen.

Am Weihnachtsrenntag wurde dort von vielen Besuchern das Hindernisrennen im englischen Kempton-Park verfolgt. Sogar die Rennleitung mit Peter Tasch an der Spitze war dort anzutreffen. Mit dem bis heute unerklärlichen Planungs-Desaster des Düsseldorfer Architekten Benedikt Stahl hat man sich mittlerweile abgefunden und lebt mit den Problemen. Rennvereins-Präsident Jan Vogel hofft, das alte Totogebäude bald für den Verein nutzen zu können. Der Bereich für das stets notwendige Abspritzen der Pferde wurde eingezäunt und die hässliche Wand daneben ziert sogar eine originelle Aufschrift.

Ein Sorgenkind bleibt die Trainingszentrale mit zu vielen langsamen und nur wenigen sehr schnellen Pferden. Vor allem hapert es an Besitzern aus Neuss und der unmittelbaren Umgebung. Der Neusser Rennvereins-Vorstand ist da im Gegensatz zu anderen Vereinen nicht wirklich ein Vorbild.

Es bleibt noch viel zu tun auf der Bahn, doch die Detailarbeit von Vorstandsmitglied und Rennbahnverwalter Peter Ritters und die jahrzehntelang gestählte Unermüdlichkeit der Allzweckwaffe Eva-Maria Amdohr haben zumindest eine erkennbare Abneigung gegen die Bahn ins Gegenteil gekehrt. Auch dem Team dahinter fehlt es nicht an Motivation. Ritters: "Für den Silvester-Renntag wünschen wir uns, dass es nicht regnet. Ich hoffe, dass viele Neusser Bürger den Weg zu ihrer Rennbahn finden. Keine andere Rennbahn in Deutschland liegt doch derart stadtnah."

(NGZ/rl)