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Handball: René Witte geht die Euphorie auf die Nerven

Handball : René Witte geht die Euphorie auf die Nerven

Eine Tabellenführung kann bei aller Freude über das Erreichte auch eine Belastung sein. Für René Witte ist sie das nach nur wenigen Tagen. Erst am vergangenen Wochenende setzten sich die von ihm trainierten Handballer des Neusser HV an die Spitze der Oberliga.

Doch schon jetzt muss der Trainer gegensteuern: "Die Tabelle ist mir gerade völlig egal", sagt Witte, der "frühestens im April" wieder auf das Tableau gucken will.

Ihm geht der ganze Hype um seine Mannschaft entschieden zu weit: "Erst haben wir den Spieler des Monats, dann werden wir Mannschaft des Jahres und jetzt sind wir Tabellenführer. Jetzt reicht es mal mit der Feierei", sagt der Trainer und fordert von "allen im Verein", dass sie sich bis zum Ende der Saison auf das Wesentliche beschränken und die "Nebenkriegsschauplätze" verlassen. Soll heißen: Ruhig bleiben und Punkte sammeln.

Am liebsten schon heute, wenn es ab 19.30 Uhr in der Sporthalle Forstenberg beim TuS TD Lank um die nächsten zwei Zähler geht. "Das wird eh schon schwer genug, wir sollten es uns nicht selbst noch schwerer machen und dort halbherzig auftreten, weil wir jetzt an der Spitze stehen", sagt Witte, der gehörigen Respekt vor der heutigen Aufgabe hat: Erstens ist das Spiel in Lank ein Derby, schließlich liegen die beiden Hallen nur etwas 15 Autominuten voneinander entfernt. Zweitens seien die Lanker besser als es der Tabellenstand (Platz zwölf) aussagt. Das habe man erst am vergangenen Wochenende sehen können, als der TuS lange gegen das Spitzenteam aus Mönchengladbach führte und am Ende nur mit einem Tor verlor. Deshalb warnt der Trainer: "Wenn wir den Kampf nicht annehmen, werden wir gnadenlos untergehen."

Erschwerend hinzu kommt, dass den Neussern heute zwei Stammkräfte fehlen. Andreas Mailänder — früher selbst jahrelang in Lank aktiv — ist von seiner Lebensmittelvergiftung noch nicht ganz genesen. Dazu holte sich Jens Todtenhöfer in Solingen einen Cut am Auge und wird deswegen wohl ausfallen.

Ganz andere Sorgen hat die U23 des TSV Bayer Dormagen in der Oberliga Mittelrhein. Die kämpft um den Klassenerhalt. Morgen (17 Uhr) kommt Dünnwald ins TSV-Sportcenter. Trainer Robert Teichert setzt auf die Heimstärke und hofft auf den ersten Sieg des Jahres.

(f95)