Korschenbroich : Reitturnier als Volksfest

Das Hans-Mösli-Reitturnier ist für den Reiternachwuchs etwas Besonderes: die Chance auf den ersten Pokal. Jetzt gingen 130 Teilnehmer an den Start, deutlich mehr als vor dem Standortwechsel an die Grenze von Kleinenbroich.

Der Standortwechsel im vergangenen Jahr hatte sich bewährt. Statt am Rande des Kleinenbroicher Industriegebiets auf einer Wiese fand das Hans-Mösli-Reitturnier zum zweiten Mal am Reiterhof der Familie Klitzen auf den Weilerhöfen statt. Obwohl sie nicht mehr zu Kleinenbroich, sondern zu Büttgen gehören, fühlten sich alle wohl auf der Anlage, die sehr viel zu bieten hat.

So wurde für die ersten Wettbewerbe am Sonntag die 1000 Quadratmeter große Reithalle genutzt. Mit rund 130 Startern kamen zwar deutlich weniger Reiter als im Vorjahr — 2011 konnten noch 180 Teilnehmer gezählt werden —, aber erheblich mehr als 2010 am alten Standort.

Auch wenn kein neuer Regen einsetzte, so war der Reitplatz, bestehend aus Rheinbraun-Sand und Filzpartikeln, ziemlich aufgeweicht. Deshalb wurde die Jump and Drive-Show zum Schluss auch in leicht abgeändert: Zuerst musste ein Hindernisparcours mit dem Pferd überwunden werden, anschließend wäre eigentlich ein Parcours mit dem Fahrrad zu absolvieren gewesen, doch der "Drahtesel" wurde wegen des aufgeweichten Bodens durch eine Schubkarre ersetzt.

Was das Hans-Mösli-Reitturnier so besonders macht: Hier haben vor allem junge Pferdefreunde die faire Chance auf einen ersten Pokal. Außerdem hat das Event längst Volksfestcharakter — das zeigte sich jetzt einmal mehr. Wie in den Vorjahren waren die männlichen Starter deutlich in der Minderheit: Auf den Rücken der Pferde saßen zu rund 90 Prozent Mädchen und Frauen.

Sie kamen längst nicht nur aus Kleinenbroich und Umgebung: Bertel Peiffer vom Reitercorps Kleinenbroich, das das Turnier jetzt zum 34. Mal organisierte, führt es "auf die gute Internetpräsenz" zurück, dass Starter aus dem gesamten Kreis und aus der Eifel, dem Düsseldorfer und Kölner Raum den Weg zu den Weilerhöfen fanden. Zu den Helferinnen gehörte auch Monika Mösli, Witwe des 1999 verstorbenen Namensgebers des Turniers.

Ebenfalls mit dabei: Familie Bienemann aus Osterath. Tochter Katharina (16) reitet seit ihrem fünften Lebensjahr, besitzt ein eigenes Pferd und belegte jetzt bei der E-Dressur den zweiten Platz. In dieser niedrigsten Dressurklasse werden alle drei Gangarten — Schritt, Trab und Galopp — verlangt, beurteilt wird auch, wie Reiter und Pferd harmonieren.

Fast ohne Vorkenntnisse, aber mit viel Spaß nahmen die Jüngsten beim Führzügelwettbewerb die Zügel in die Hand. Nach der Mittagspause konnten bei den Springreiterwettbewerben auch Erwachsene antreten.

(NGZ)