Axel Hebmüller: "Reiten soll zu einem Familiensport werden"

Axel Hebmüller: "Reiten soll zu einem Familiensport werden"

Nach dem ersten Amtsjahr zieht der neue Präsident des Kreispferdesportverbandes Neuss Bilanz - und nennt konkrete Ziele für die Zukunft.

Herr Hebmüller: Ein Jahr Präsident des Kreis-Pferdesportverbandes Neuss - wie fällt Ihre erste Bilanz aus?

Axel Hebmüller Grundsätzlich fällt sie gut aus. Auch in diesem Jahr haben unsere Pferdesportler wieder große Erfolge erzielt, die wir bei unserer Sportlerehrung am 3. Februar auszeichnen. Die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Reitställen gestaltet sich sehr positiv. Auch in diesem Jahr werden im Rhein-Kreis Neuss wieder mehr als 20 Reitsportveranstaltungen beziehungsweise Turniere angeboten, welche durch Lehrgänge in den einzelnen Disziplinen ergänzt werden. Unsere Mitgliederzahlen sind weiterhin stabil, und das Angebot unserer Vereine und Reitställe für alle Altersgruppen kann sich durchaus sehen lassen.

Was sind die Ziele für Ihr zweites Amtsjahr? Was wollen Sie konkret angehen?

Hebmüller Wir haben konkrete Ziele. Insbesondere arbeiten wir zurzeit daran, Reiten auch als Schulsport zu etablieren, um noch mehr Kindern und Jugendlichen den Einstieg in unseren Sport zu ermöglichen. Auch gilt es, das Reiten als Familiensport attraktiver zu gestalten und das Angebot in diese Richtung zu erweitern. Außerdem darf die Förderung des Sports nicht aus den Augen verloren gehen, um das Interesse unseres Nachwuchses zu erhalten. An allen Projekten arbeiten wir als Verantwortliche in tollen Teams zusammen.

Wo sehen Sie besondere Potenziale beim Reitsport im Rhein-Kreis Neuss?

Hebmüller Der Kreispferdesportverband Neuss ist einer der mitgliederstärksten Verbände im Rheinland. Aber auch auf nationaler und internationaler Ebene sind wir sehr erfolgreich. Wir haben sehr gute Ausbilder in unseren Reihen und ein Führungsteam im Verband, welches sehr eng zusammenarbeitet. Wenn wir alle an einem Strang ziehen und es uns gelingt, den Pferdesport in der Öffentlichkeit weiter positiv darzustellen, haben wir im Rhein-Kreis Neuss noch große Potenziale, uns zu entwickeln. Dabei sind wir natürlich auch auf die Unterstützung der Öffentlichkeit und insbesondere auch unserer Politiker angewiesen. Welcher andere Verband im Kreis Neuss stellt immer wieder Welt- und Europameister, Deutsche Meister und Rheinische Meister, basierend auf einer soliden Jugendarbeit und sehr viel Eigeninitiative?

Viele Sportvereine suchen dringend Ehrenamtler. Wie sieht das im KPSV aus? Schließlich werden Turniere von Vereinen und damit von ehrenamtlichen Helfern realisiert.

Hebmüller Bei uns ist die Situation gut, aber natürlich müssen die Vereine etwas tun, um ihre Mitglieder zu halten. Da geht es Reitvereinen nicht anders als anderen Sportvereinen. Daher ist es eines unserer Ziele, den Pferdesport für Familien interessant zu gestalten. Für ein Turnier werden über mehrere Tage viele Helfer benötigt, es ist nicht immer leicht, begeisterte Hände zu finden und auch zu halten.

Wie steht es um die Entwicklung des Reitsport-Nachwuchses?

Hebmüller Wir haben im KPSV einige sehr erfolgreiche Nachwuchssportler. Das Dressur-Lager ist sehr stark. Juliette Piotrowski schafft gerade den Sprung in den Grand-Prix-Sport, gehört auch 2018 zum U25-Bundeskader. Romy Allard wurde Deutsche Meisterin bei den Dressur-Junioren. Hannah Erbe wurde zum zweiten Mal in Folge dreifache Europameisterin, dieses Mal bei den Jungen Reitern. Ihre jüngere Schwester Linda ist ebenfalls im Junioren-Bundeskader, Dina Bardach und Helen Erbe beide im Perspektivkader der Junioren. Alle starten für den Förderkreis Dressur und damit für den KPSV Neuss. Das sind gewaltige Erfolge.

Wie sieht es bei den Springreitern aus?

Hebmüller Auch im Springen sind wir nach wie vor sehr gut im Nachwuchsbereich unterwegs: Immer wieder sind junge Talente im Landeskader. In diesem Jahr gelang es uns, nach über 30 Jahren zum ersten Mal wieder die Mannschaftsprüfung im Springen auf dem Landesturnier zu gewinnen - und das mit einer absoluten Nachwuchsmannschaft. Natürlich dürfen wir in diesem Zusammenhang unsere Voltigierer nicht vergessen, die mit Ihrem Nachwuchs wieder hoch erfolgreich waren. Aber wir müssen natürlich was tun. Unsere verschiedenen Cups wie der Katina Mini-Cup führen die Jüngsten an den Turniersport - und auch die Eltern - heran.

Reiten ist Turniersport, auf der anderen Seite vor allem Freizeit- und Breitensport. Gibt es im KPSV erste Ansätze, um mehr Menschen für den Breitensport zu begeistern?

Hebmüller Ja, die gibt es durchaus. Wir haben im vergangenen Jahr wieder eine Kreismeisterschaft für Breitensportler durchgeführt, bei der Reiter ohne eigenes Pferd teilnehmen können. Seit vielen Jahren richten wir als Verband einen Vierkampf aus, bestehend aus Schwimmen, Laufen, Dressur und Springen. Der wird sowohl als Mannschafts- als auch als Einzelwettbewerb ausgetragen. Und man darf die im Sommer fast an jedem Wochenende stattfindenden Turniere nicht vergessen, auf denen jeder Interessierte einmal Reitsportluft schnuppern kann. Dazu kommen die verschiedene jagdliche Ausritte, die sich immer größerer Beliebtheit bei Breitensportlern erfreuen, sowie gemeinsame Kutschfahrten unserer Fahrsportler. Zusammengefasst haben wir ein sehr breitgefächertes Angebot und wir laden jeden Pferdefan ein, daran teilzunehmen.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE MAREIKE ROSZINSKY

(rosz)