Jüchen: Reisebücher aus Wey

Jüchen: Reisebücher aus Wey

Ruth Höhnke ist eine Weltreisende. Auf ihrer Internetseite zeigt sie Fotos von ihren Reisen und gibt Tipps für den Urlaub fernab der Heimat. Über Australien und die Schweiz hat sie bereits Bücher geschrieben.

Was immer man erwartet, wenn man sich die Internetseite www.juechen.com anschaut, eines erwartet ganz sicher nicht: eine Fotogalerie mit Bildern aus Neuseeland. "Skurril", denkt man, und möchte wissen, wie das zu Stande kommt, wer dahinter steckt. Einige Mails später weiß man: Es ist Ruth Höhnke, 41 Jahre alt, aus Wey. Eigentlich wollte die Versicherungsangestellte auf ihrer Homepage die Orte ihrer Heimatgemeinde porträtieren. Doch dann wurde daraus die große weite Welt. Neuseeland statt Neu-Holz. Key West statt Gierath. Ruth Höhnke hat auf ihrer Homepage ihre Reisen festgehalten. Mit vielen Fotos, kleinen Karten und jeder Menge Tipps für Globetrotter. Kaum verwunderlich: Ruth Höhnke ist selbst eine Weltreisende.

Im Teenageralter begann es mit Interrail-Fahrten durch Europa. Später kamen Reiseziele jenseits der großen Ozeane hinzu. Die USA zum Beispiel. Oder Australien. In Europa hat Ruth Höhnke inzwischen so ziemlich jedes Land bereist. "Mal abgesehen von den Ländern im Osten", sagt sie. Auch Nordamerika kennt sie inzwischen in- und auswendig. "Mich reizen vor allem Länder, die dem Kulturkreis, aus dem ich stamme, ähnlich sind", sagt sie. Deshalb zählen Indien und Südostasien nicht unbedingt zu ihren Traumzielen. "Lost In Translation" — so beschreibt der Hollywood-Film mit Bill Murray das Gefühl von Verlorenheit in einer fremden Kultur mit einer Sprache, die man nicht versteht — das ist nichts für Ruth Höhnke.

Die Fotogalerien auf ihrer Internetseite wecken Fernweh. Das Ziel von Ruth Höhnke: Sie möchte andere an ihren Reise-Erfahrungen teilhaben lassen, ihnen Ratschläge mit auf den Weg geben, wenn sie die große, weite Welt erkunden. Deshalb hat sie auch zwei Bücher geschrieben, die man über ihre Homepage oder das Internet-Kaufhaus Amazon beziehen kann: "Quer durch die Schweiz — Zu Fuß von Basel nach Locarno" und "Quer durch Australien — Mit dem Wohnmobil von Darwin nach Sydney". Ein drittes Buch ist in Planung. Es soll ihre Wanderung von München nach Venedig beschreiben.

Mit den Reisen entwickle man eine gewisse Gelassenheit, erklärt Ruth Höhnke. Und man lerne die Vorzüge der Heimat zu schätzen. Es sind, wie so oft im Leben, die kleinen Dinge, deren Wert einem plötzlich bewusst wird. "Zum Beispiel ein funktionierender Personennahverkehr", sagt Ruth Höhnke. Wenn man in fremden Ländern an einer Bushaltestelle stehe und der Fahrplan besage, dass der Bus gleich kommt, bedeute das nicht unbedingt, dass er tatsächlich komme. "Man weiß dann nur: Irgendwann wird der Bus kommen. Wenn auch vielleicht erst in zwei Stunden", sagt Höhnke. Daran müsse man sich gewöhnen, und es locker nehmen.

Immer mit dabei hat Ruth Höhnke ihre Digitalkamera. Viele Fotos zeigt sie im Internet, noch mehr hat sie auf der heimischen Festplatte. "Ich habe angefangen, auszusortieren", sagt sie. Unterwegs setzt sie sich jeden Abend hin, um ihre Bilder zu betrachten. Nur die wirklich guten behält sie, alle anderen werden gelöscht. Zehn bis 20 Fotos bleiben pro Reisetag übrig. Immer noch eine Menge angesichts ihrer vielen Reisen.

Für das kommende Jahr hat sie schon Pläne geschmiedet: Dann soll es nach Island gehen.

(NGZ)