5. Tandem-Tag auf Gut Gnadental: "Regen? Welcher Regen denn?"

5. Tandem-Tag auf Gut Gnadental : "Regen? Welcher Regen denn?"

Dauerregen und Temperaturen im einstelligen Bereich konnten dem 5. Tandem-Tag der "Burkhard Zülow-Stiftung" nichts anhaben: 500 Gäste ließen aus dem integrativen Sportfest auf Gut Gnadental ein kleines Volksfest werden. Den behinderten Sportlern machte das Wetter am wenigsten aus

Irgendwann gegen Mittag klappte Jutta Zülow energisch den Schirm zu und stellte ihn demonstrativ in die Ecke. "Regen? Welcher Regen denn?" beschied die Vorsitzende der "Tandem-Stiftung Burkhard Zülow" all jene, die sich mit besorgter Miene bei der 60-Jährigen erkundigten, ob ihr der seit Stunden ohne Unterlass fallende Niederschlag nichts ausmache.

Jutta Zülow traf damit genau die Stimmungslage von all denen, für die sie und ihre drei Dutzend Mitstreiter, viele davon aus dem eigenen Unternehmen, den "5. Tandem-Tag" auf und um Gut Gnadental veranstaltet hatten: den Sportlern aus den Behinderteneinrichtungen und Schulen für Lernbehinderte. Ihnen machte das miese Mai-Wetter am allerwenigsten aus, sie ließen sich den Spaß an Spiel und Bewegung weder von der Nässe noch von Temperaturen im einstelligen Bereich verderben.

Zumal die Tandem-Organisatoren mit der trotz Erkältung bienenfleißigen Sylvia Schlesak an der Spitze am frühen Morgen die sich als weise herausstellende Entscheidung getroffen hatten, den größten Teil des Programms vom Innenhof in die Tagungsräume des Guts zu verlegen. "Dann rücken wir halt ein bisschen zusammen", gab Marga Schmitz, Trainerin der integrativen Judogruppe bei der TG Neuss, das Motto des Tages aus, als sie unversehens ihre Judomatten in unmittelbarer Nähe zu den hölzernen Voltigierpferden des RSV Grimlinghausen wieder fand.

Eng war's, doch auch die (zu) niedrige Decke hielt die Tischtennisspieler des frischgebackenen Oberligameisters TG Neuss um Teamkapitän Bernd Forelle nicht davon ab, den sich auf die "Special Olympics National Games" vorbereitenden Disziplinkollegen der GWN eine Trainingsstunde zu geben. Die hatten zuvor mit einem Fackellauf auf die am 21. Mai in München startenden Spiele, mit 5000 Teilnehmern in diesem Jahr das größte Sportereignis in Deutschland, hinzuweisen. Vorneweg Dirk Fink, der sein Ziel klar definierte: "Ne Medaille will ich schon."

Gestern zog Jutta Zülow eine neben der guten Stimmung zweite erfreuliche Bilanz: Der ob der Witterung befürchtete Rückgang an Erlösen aus Verkauf und Verlosung blieb aus. Im Gegenteil: "Wir haben mehr eingenommen als bei dem Super-Wetter im Vorjahr", strahlte die Tandem-Chefin. Schließlich fließen alle Einnahmen und Spenden in den Sportbetrieb der Tandem-Stiftung. Und wer sehen wollte, ob die jährlich rund 40 000 Euro gut angelegtes Geld sind, brauchte am Samstag nur in die Augen der Kanuten, Voltigierer oder Tandem-Radler zu blicken — sie strahlten mit denen von Jutta Zülow um die Wette: Den Regen — welchen Regen? — blendeten sie einfach aus.

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(NGZ)
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