Rebecca Danz gewinnt Preis der Perlenkette auf Neusser Galopprennbahn

Galopp: Saisonfinale beschert Rennbahn Rekordbesuch

Gut und gerne 6000 Besucher kamen am Sonntag zum Finale der Wintersaison auf der Neusser Galopprennbahn. Sie sahen einen spannenden Rennausgang im „Preis der Perlenkette“ mit Rebecca Danz als glücklicher Siegerin.

Es war ein würdiges Perlenketten-Finale gestern vor großer Kulisse von fast 6000 Zuschauern auf der Galopprennbahn am Hessentor. Rebecca Danz gewann durch ihren dritten Platz mit Lunar Prospect im Endlauf die Gesamtwertung mit 14 Punkten und Eva-Maria Geisler weckte durch ihren Sieg mit dem schon elfjährigen Wallach Bacchus Danon im Endlauf zur Albers & Sieberts-Buchmacher-Perlenkette“ Erinnerungen an ihren Gesamtsieg vor drei Jahren, als sie das Finale mit diesem Pferd gewann.

Bei der Siegerehrung gestand Rebecca Danz ein: „Im Endkampf habe ich nicht gewusst, ob ich die Perlenkette gewonnen hatte oder nicht. Erst auf dem Weg zurück zum Absattelring hat man es mir gesagt. Natürlich ist für mich ein Traum wahr geworden. Ich reite ja schon ein paar Jahre, aber mit der Perlenkette hat es nie geklappt. Oft war ich zu dieser Zeit in St. Moritz im Einsatz. Der Gewinn der Perlenkette ist für jede Frau im Rennsattel ein Traum,“ berichtete die 29-Jährige  mit Wohnsitz in Oberhausen und dem Arbeitsplatz auf der Rennbahn am Raffelberg in Mülheim an der Ruhr am Mikrofon von Moderator Peter Glasmacher.

Im Finalrennen lag sie in der Endphase zunächst im Kampf gegen Edelstein mit Olga Laznovska. Aber schon 100 Meter vor dem Ziel war erkennbar, wer dieses Rennen gewinnen würde: Der bereits elfjährige Wallach Bacchus Danon wurde von seiner Reiterin Eva-Maria Geisler (32) mit viel Schwung am Feld vorbei dirigiert und hatte im Ziel komfortable fünf Längen Vorsprung vor Edelstein, der wiederum Lunar Prospect auf Rang drei verwies. Eva-Maria Geisler hatte keine Chance mehr auf den Gesamtsieg. Ihre Freude trübte das nicht: „Mein Pferd war gut drauf. Das wusste ich. Er mag den Neusser Kurs, es passte einfach alles. Trotzdem habe ich nicht geglaubt, das Rennen gewinnen zu könne.“

Die Mutter zweier Töchter hatte eine glückliche Rückfahrt ins ferne Iffezheim bei Baden-Baden, wo ihr Ehemann Gerald der Trainer des Pferdes ist. Ohne Chance war die mit zwölf Punkten führende Schweizerin Sibylle Vogt, sie endete mit Preaux auf dem siebten Platz im Feld der elf Pferde. Der Sieger Bacchus Danon trat als 26,9:1 Außenseiter an, die Dreierwette zahlte 1618,3:1. So groß die Freude über das Schmuckstück war, so unschön waren die Folgen des harten Endkampfes: Olga Laznovska wurde von der Rennleitung für 21 Renntage bis zum 30. März gesperrt, Rebecca Danz ist für 14 Renntage bis zum 23. März vom Rennbetrieb ausgeschlossen. Das Delikt war gleich: deutlich zu viel Peitscheneinsatz –fünf Kontakte sind erlaubt – bei Olga Laznovska kam das umfängliche „Vorstrafenregister“ hinzu.

 Den Neusser Sieg des Tages gab es schon im dritten Rennen um das galopper-desjahres.com-Rennen. Der achtjährige Wallach Rich Roofer bestätigte seinen letzten Sieg und gewann erneut eindrucksvoll. Der aus Italien stammende Siegjockey Michael Caddedu freute sich dabei über eine Flasche Wein, bei näherer Betrachtung stellte er fest: „Es ist sogar ein italienischer Wein.“

Im Rennen zuvor stand der Ex-Chmpionjockey Alexander Pietsch allein bei der Siegerehrung. Der siegreiche vierjährige Wallach Landkönig wird von Mario Hofer in Krefeld trainiert, er gehört ihm auch selbst. Hofer saß während des Rennens im Flugzeug bei der
Rückkehr von den Rennen in Katar. Sein Schützling Julio war dort am Samstag nach einem unglücklichen Rennverlauf unplatziert geblieben. Für Landkönig war es der erste Sieg im Leben. Züchter des Pferdes ist das Gestüt Elsetal des ehemaligen CDU-MdB Reinhard Göhner in Kirchlengern in Ostwestfalen. Während seiner Abgeordnetenzeit wurden Siege seiner Pferde per SMS auf das Handy von Angela Merkel gesendet.

Die rund 6000 Zuschauer bei Sonnenschein und 13 Grad waren der beste Besuch seit langer Zeit. Trotzdem gab es Grund zur Kritik. In keinem der sieben Rennen konnte „abgewettet“ werden. Es bildeten sich lange Schlangen an den wenigen Kassen und so bilanzierte Präsident Jan-Antony Vogel: „Wir hätten sicherlich bis zu 20.000 Euro mehr Wettumsatz erzielen können.“ Die Wetthalle mit den meisten Kassen stand wegen einer Karnevalssitzung erneut nicht zur Verfügung, an den Kassen im alten Totogebäude sind keine Anschlüsse mehr verfügbar. Es ist schon absurd: das braucht ein Rennverein unbedingt Geld für seine knappen Kassen, aber es gibt nicht genügend Wettkassen.