Lehmkapsel soll Altlast unschädlicher machen: Readymix will Auskiesungsflächen erweitern

Lehmkapsel soll Altlast unschädlicher machen: Readymix will Auskiesungsflächen erweitern

Zwei miteinander verbundene Seen - der eine als reines Naturschutzgebiet der andere als Fläche für die Naherholung - so könnte die Zukunft des Auskiesungsgebiets am Pferdsbroich in Kleinenbroich aussehen. Entsprechende "Ideen für ein Gesamtkonzept" hat jetzt ein Vertreter der Firma Readymix gegenüber der NGZ erläutert. "Bis jetzt ist es nur eine Idee", betont Jürgen Tarter. Eine Idee allerdings, in der sehr viel "Know-How" stecke. Ideen für eine Erweiterung der Auskiesungsfläche Pferdsbroich hat die Firma Readymix. NGZ-Foto: L. Berns

Zwei miteinander verbundene Seen - der eine als reines Naturschutzgebiet der andere als Fläche für die Naherholung - so könnte die Zukunft des Auskiesungsgebiets am Pferdsbroich in Kleinenbroich aussehen. Entsprechende "Ideen für ein Gesamtkonzept" hat jetzt ein Vertreter der Firma Readymix gegenüber der NGZ erläutert. "Bis jetzt ist es nur eine Idee", betont Jürgen Tarter. Eine Idee allerdings, in der sehr viel "Know-How" stecke. Ideen für eine Erweiterung der Auskiesungsfläche Pferdsbroich hat die Firma Readymix. NGZ-Foto: L. Berns

Dieses Wissen schlägt sich in einem elfseitigen Konzept nieder, dem eine Stellungnahme des geotechnischen Büros von Professor Düllmann und ein "Kurzbeschreibung zur Güterbewässerung" des Büros für Gewässerkunde und Landschaftsökologie beigefügt sind. Material, das auch den Mitgliedern des Korschenbroicher Planungsausschusses vorliegt, und eigentlich in der jüngsten Sitzung Grundlage für Beratungen über den Vorschlag der Verwaltung sein sollte, "einer Erweiterung der Auskiesungsfläche ,Pferdsbroich/Großenbroich" in der von der Firma Readymix beantragten Form grundsätzlich zuzustimmen."

Das Thema wurde aber kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Nach den Unterlagen der Firma Readymix zum Abgrabungsvorhaben Kleinenbroich, hat das Ratinger Unternehmen im April 2002 die Darstellung einer Erweiterungsfläche im Gebietsentwicklungsplan beantragt, weil die Rohstoffvorräte im bisherigen Auskiesunggebiet in "absehbarer Zeit erschöpft" sein werden. Eine Erweiterung ist danach für den Standort und damit für den Erhalt der "acht Arbeitsplätze sowie circa 40 Folgearbeitsplätze ortsansässiger Handwerker und Dienstleister" notwendig.

Allerdings betont Tarter, dass der GEP nur geändert werden könne, wenn die Stadt das wünsche. Die von Readymix formulierten "Ideen für ein Gesamtkonzept" sehen vor, den vorhandenen Baggersee im Großenbroich in südlicher Richtung zu erweitern und einen weiteren See, westlich des bestehenden auszukiesen. Während der östliche See allein als Naturschutzgebiet dienen soll, ist nach den der NGZ vorliegenden Unterlagen für den westlichen See auch eine Freizeitnutzung denkbar. Insgesamt würde das rund 42 Hektar große Gebiet um 95 Hektar erweitert. So entstünde eine zusammenhängende Seenlandschaft von der alten Bundestraße 9 im Norden bis zum Gewerbegebiet Hasseldamm und dem benachbarten kleinen See.

  • Fußball : Wetter macht Hoffnung für das Topspiel in der Kreisliga A

"Das vorhandene Naturschutzgebiet bleibt erhalten", versichert Tarter. Das gesamte Gebiet würde zudem ökologisch aufgewertet, zumal viele der überplanten Flächen derzeit landwirtschaftlich genutzt würden. So stellt das "Entwicklungskonzept Natur und Landschaft" die Vernässung von Bruchwaldstandorten, die Entwicklung von Feuchtbiotopen und naturnahen Laubwäldern in Aussicht. Einbezogen wird auch die Renaturierung des Jüchener Baches, der durch den Großenbroich fließt.

"Aus unserer Sicht ist das ein optimales Konzept für diese Region", sagte Jürgen Tarter. Zumal darin auch eine Lösung für das Altlasten-Problem im Bereich der ehemaligen Hausmülldeponie westlich des Großenbroichs enthalten sei. Dort nämlich will Readymix den "lehmhaltigen Abraum", der oberhalb der Kiesschichten anfällt, nutzen, um die Deponie einzukapseln. "Hierdurch kann eine Reduzierung beziehungsweise Verlangsamung des Schadstoffaustrags in das Grundwasser bewirkt werden", schätzt Gutachter Düllmann. Quantifizierbar sei die Wirksamkeit einer solchen Kapsel jedoch nur mit Hilfe eines Grundwassermodells.

Positive Effekte könnten sich laut Düllmann auch für die Grundwasser-Problematik ergeben, da zusätzliche Retentionsräume besonders bei temporär erhöhtem Grundwasser Entlastung bringen könnten. Entlastung würde ein solches Vorhaben wohl auch für die Stadtkasse bringen - die monetären Angelegenheiten sollen jedoch erst kurzfristig bei positivem Beschluss der politischen Gremien geregelt werden.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE