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Korschenbroich: Ratssitzung bald live im Netz?

Korschenbroich : Ratssitzung bald live im Netz?

In Bonn ist es seit 2010 Usus, Kaarst hat Ähnliches vor: Live-Übertragungen aus dem Stadtrat. In Korschenbroich stößt Die Aktive das Thema an. Beim Forum-Umbau soll die Technik gelegt und ab 2014 live gesendet werden.

Für Die Aktive ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das Thema Internet-Übertragung von Rats- und Ausschuss-Sitzungen anzuschieben. "Jetzt wird das Forum zum Rathaustrakt umgebaut. Da ergibt es Sinn, die entsprechenden Kabel direkt mit zu verlegen. Dann müssen später nicht wieder Wände aufgerissen werden", sagt Hanns-Lothar Endell. Der Fraktionschef hat für "Die Aktive" vorausschauend einen Antrag formuliert, der am 20. November im Hauptausschuss beraten werden soll.

Blick in den Saal: Noch bis 2014 tagt der Korschenbroicher Stadtrat im "Haus Schellen". Dort gibt es bislang nur Tonaufzeichnungen. Ob künftig auch Webcams (oben) mitlaufen, wird die Politik entscheiden. Foto: Jens Schierenbeck(dpa)/Rick

Endell will aber nicht nur, dass von der Stadtverwaltung die baulichen Vorkehrungen getroffen werden. Er hofft, durch die Live-Übertragungen auch einen größeren Personenkreis für die politische Arbeit in Korschenbroich begeistern zu können. Und mit Blick auf die Persönlichkeitsrechte erklärt Endel: "Die endgültige Entscheidung über den Start der Übertragung soll dann der 2014 neu gewählte Stadtrat treffen."

Das Thema Internetübertragung von politischen Sitzungen ist nicht neu. Die Stadt Bonn ist kein Einzelfall. In Seelbach (Schwarzwald) werden Gemeinderatssitzungen schon seit 2004 live in Bild und Ton im Internet übertragen, in Verbindung mit der Hochschule Kehl und gefördert von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg. Städte wie Helmstedt folgten, andere denken — wie jetzt Korschenbroich — darüber nach.

Für die Bündnisgrünen ist das der richtige Weg. "Der Antrag der Aktive hätte auch von uns sein können", erklärt Fraktionschef Wolfgang Houben. Allerdings bremst er sein eigenes Tempo: "Ich kenne noch keine Kosten." Und von denen will er die Zustimmung abhängig machen. "Wir sind dafür offen. Das macht die politische Arbeit für den Bürger interessanter", reiht sich auch Rolf Kluthausen (FDP) in die Befürworter-Riege der Internetübertragungen ein.

Die CDU hat sich mit der Internet-Frage noch nicht befasst. "Grundsätzlich habe ich damit kein Problem", gibt sich Fraktionschef Marc Venten offen. Für ihn ist weniger die mögliche Scheu einzelner Ratsmitglieder, vor laufenden Kameras zu sprechen, ausschlaggebend. Venten denkt an die Kosten: "Wir sind eine Haushaltssicherungskommune. Und nach dem aktuellen Gewerbesteuereinbruch in ungeahnter Höhe weiß ich nicht, ob wir uns diesen Luxus noch leisten können."

Für Paul Jahny gehört es zum guten Ton, die Korschenbroicher Bürger verstärkt in die Kommunalpolitik einzubinden. Doch auch der SPD-Fraktionschef merkt an: "Das geht nur, wenn sich das finanziell darstellen lässt." Für Jahny wäre mit einem jährlichen Aufwand von 1000 Euro die Schmerzgrenze erreicht.

(NGZ/ac)