Jüchen : Rat beschließt Sekundarschule

In einer kurzen Sitzung beschloss der Gemeinderat am Donnerstag, die Schullandschaft in Jüchen massiv zu verändern. Er votierte dafür, eine neue Sekundarschule zu beantragen. Sie soll zum Schuljahr 2012/13 starten.

In Grevenbroich, Kaarst und Dormagen ist eine Sekundarschule noch Vision — in Jüchen ist sie seit gestern Abend beschlossene Sache auf lokaler Ebene. Der Jüchener Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus: Die Verwaltung wird noch im Dezember den Antrag bei der Bezirksregierung einreichen. Wird er bewilligt, können ab dem Schuljahr 2012/13 Kinder zunächst am Schulstandort Mühlenstraße lernen.

Die Ratsmitglieder fällten gestern Abend in einer kurzen Sitzung eine Entscheidung, die die Jüchener Schullandschaft massiv verändern wird. Und dies im Forum der Realschule Jüchen — einer Schule, die in dieser Form nicht weiter existieren wird. Sie wird — wenn die Sekundarschule für Jüchen genehmigt wird — zum Februar 2012 ebenso sukzessive aufgelöst werden wie die Ganztagshauptschule (GTHS) Hochneukirch.

Bürgermeister Harald Zillikens zeigte sich zuversichtlich, dass die Genehmigung aus Düsseldorf nur eine Formalie ist: "Die Landesregierung will den Erfolg dieser neuen Schulform." Auch bei der Stellenbesetzung der Lehrer — je ein Drittel soll die Qualifikation für Unterricht an Haupt- und Realschule sowie Gymnasium besitzen — sieht der Bürgermeister keine Probleme.

"In der pädagogischen Steuerungsgruppe kenne ich einige Lehrer, die sich sehr dafür interessieren." Interesse an der Aufgabe des Leiters der neuen Schule hat bereits Georg Broens erkennen lassen. Er hatte 1999 die Leitung der Realschule Jüchen übernommen — auch damals starteten die ersten Klassen in der GTHS Hochneukirch, ehe das neue Schulgebäude an der Stadionstraße 77 bezogen wurde. Broens führte auch die pädagogische Steuerungsgruppe, die das Konzept zunächst für den Modellversuch Gemeinschaftsschule, dann für die neue Sekundarschule erstellte.

Zuvor hatten sowohl Norbert Esser (CDU) als auch SPD-Fraktions-Chef Holger Tesmann ihre Begeisterung erklärt, wie erfolgreich das Thema "Sekundarschule" von allen Beteiligten bearbeitet wurde: "In nur einem dreiviertel Jahr ist es durch zahlreiche Informationsveranstaltungen gelungen, die öffentliche Meinung in Zustimmung umzuwandeln", sagte Holger Tesmann. "Wir glauben, dass die Sekundarschule für Jüchen die richtige Lösung ist." Norbert Esser wünschte sich "diese fraktionsübergreifende Kooperation auch für andere Themen".

(NGZ/rl)