Ein solches Turnier ist die beste Kontaktbörse: Randnotizen vom Quirinus-Cup

Ein solches Turnier ist die beste Kontaktbörse: Randnotizen vom Quirinus-Cup

Obwohl der HC Eynatten gar nicht an der 19. Auflage des Quirinus-Cups beteiligt war, stand sich José Hompesch, der Manager des belgischen Handballmeisters der Männer, am Sonntag stundenlang die Beine in der Neusser Stadionhalle in den Bauch. "Ein solches Turnier darf man nicht verpassen, das ist die beste Kontaktbörse, die es gibt", meint der Belgier, der dabei auch nach Verstärkungen Ausschau hielt. "Bei uns gibt es ja nicht so viele Handballer ....." So nutzen zum Beispiel die Spieler von BTB Aachen, die sich im Finale der A-Jugend mit 14:9 gegen TuSEM Essen durchsetzten, die Möglichkeit des "kleinen Grenzverkehrs", um beim belgischen Meister mit zu trainieren. Ihr Trainer, Erik Wudtke , steht noch beim HC Eynatten als Spieler unter Vertrag, wechselt aber in der kommenden Saison zum Zweitligisten HG Melsungen/Böddiger. "Leider konnten wir ihn nicht halten", bedauert Hompesch und ärgert sich auch, dass Aachens Spielmacher Matthias Flohr nicht mehr zu haben ist.

Obwohl der HC Eynatten gar nicht an der 19. Auflage des Quirinus-Cups beteiligt war, stand sich José Hompesch, der Manager des belgischen Handballmeisters der Männer, am Sonntag stundenlang die Beine in der Neusser Stadionhalle in den Bauch. "Ein solches Turnier darf man nicht verpassen, das ist die beste Kontaktbörse, die es gibt", meint der Belgier, der dabei auch nach Verstärkungen Ausschau hielt. "Bei uns gibt es ja nicht so viele Handballer ....." So nutzen zum Beispiel die Spieler von BTB Aachen, die sich im Finale der A-Jugend mit 14:9 gegen TuSEM Essen durchsetzten, die Möglichkeit des "kleinen Grenzverkehrs", um beim belgischen Meister mit zu trainieren. Ihr Trainer, Erik Wudtke , steht noch beim HC Eynatten als Spieler unter Vertrag, wechselt aber in der kommenden Saison zum Zweitligisten HG Melsungen/Böddiger. "Leider konnten wir ihn nicht halten", bedauert Hompesch und ärgert sich auch, dass Aachens Spielmacher Matthias Flohr nicht mehr zu haben ist.

Darüber sollte sich auch der TSV Bayer Dormagen grämen, der in Person von Manager Uli Derad und Trainer Kai Wandschneider beim Quirinus-Cup vertreten war. Denn in der Form des Endspiels wäre Flohr ohne weiteres für den Neuaufbau in der Regionalliga zu gebrauchen - doch der 19-Jährige hat bereits beim westfälischen Zweitligisten Ahlener SG unterschrieben. Da dürfen sich die Dormagener einmal mehr bei den Bayer-Verantwortlichen für den späten Zeitpunkt des Rückzugs bedanken .....

Der auch bei Maik Handschke nichts als Kopfschütteln auslöst: Der ehemalige Dormagener Kreisläufer, in der neuen Saison Spieler und Co-Trainer beim VfL Gummersbach, schaute sich beim Quirinus-Cup nicht nur Sohn Felix an, der mit der E-Jugend des NHV Turniersieger wurde: "Vielleicht entdeckt man ja das eine oder andere Talent", schließlich planen die Gummersbacher den Aufbau eines "Farm-Teams" in der Regionalliga. Laut Handschke kommt dafür auch der Dormagener Torhüter Marcel Leclaire in Frage, der mit einem Zweitspielrecht ausgestattet werden soll - eventuell für den TSV Bayer. Tiefer kann man als Verein eigentlich kaum noch sinken.

"Das kommt dabei heraus, wenn man nur von einem Sponsor abhängig ist", meint, mit Blick auf Dormagen, Christoph Buchbender , Vorstands-Vorsitzender der Rheinland-Versicherung, und verweist auf das von ihm mitinitiierte Modell der "Partner des Sports", die unter anderem den Quirinus-Cup finanziell und materiell unterstützen. "Ich kann nur für diese Gruppe sprechen, aber wir sind im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mit von der Partie", kündigte Buchbender unmittelbar nach der letzten Siegerehrung an. Er sieht das "absolut gelungene Turnier" aber nur als das eine handballerische Standbein in Neuss: "Das andere Ziel muss sein, den NHV weiter nach oben zu bringen, vielleicht sogar bis in die Regionalliga. Nur dann macht solche Nachwuchsarbeit auch Sinn".

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Getrübt wird seine Freude nur durch die missliche Hallensituation in der zu kleinen, zu altmodischen und zu schlecht belüfteten Stadionhalle: "So ein Turnier muss man anders präsentieren können. So etwas wie hier kann sich eine Stadt wie Neuss eigentlich nicht erlauben". Einen Ausbau der Halle - an beiden Stirnseiten ließen sich Kopftribünen errichten - mit Sponsorengeldern hält er für nicht ausgeschlossen: "Ein Unternehmen von der Größenordnung der Rheinland kann das allein aber nicht leisten. Aber es sollten einmal Gespräche in diese Richtung geführt werden, auch von der Stadt. So kann es jedenfalls nicht bleiben". Ähnlich sieht auch NHV-Jugendwart Wolfgang Spangenberger die Situation: "Der Vorwurf, wir hätten zu wenig Werbung für das Turnier gemacht" - die Plakate wurden erst am Dienstag angeliefert - "trifft nur zur Hälfte: Schließlich hätten gar nicht mehr Leute in die Halle gepasst, es war noch voller als im Vorjahr."

Deshalb forderte Hallensprecher Jörg Rennett die Zuschauer wiederholt auf, enger zusammenzurücken. Der hatte, auch angesichts der oft schwer auszusprechenden osteuropäischen Namen, am Mikrofon Schwerstarbeit zu verrichten, machte sich aber auch selbst das Leben schwer: Kürzere Zwischentexte, und die auch noch für ein Jugendturnier mitunter recht anzüglicher Natur, hätten den ohnehin deutlich überzogenen Zeitplan ein wenig entlastet - weniger ist für Moderatoren oft mehr .....

Schwerstarbeit hatten auch die Unparteiischen zu verrichten. So war es mehr als eine nette Geste, dass NHV-Geschäftsführer Jochen Kallenberg während der Finalspiele jene Gespanne, die am längsten beim Quirinus-Cup dabei sind, vorstellte und mit einem Erinnerungspräsent bedachte. Dumm nur, dass ausgerechnet im folgenden Endspiel - das der weiblichen B-Jugend zwischen dem Neusser HV und Sokol Pisek - die schwächste Schiedsrichterleistung der gesamten Finalrunde zu "bewundern" war.

Zu bewundern gab es auch einige interessante taktische Varianten: So spielte die weibliche C-Jugend der TSG Ketsch von der ersten bis zur letzten Finalminute eine offene Deckung gegen den TSV Nord Harrislee - und gewann prompt mit 10:5. Und die Ukrainer von MSS Lugansk beorderten im C-Jugend-Finale gegen Dukla Prag bei eigener Unterzahl stets den Torhüter an den gegnerischen Wurfkreis, egal, was Hallenuhr und Spielstand anzeigten. Zur Nachahmung empfohlen? -vk

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