Handball : Pure Freude am Handball

Am Finaltag in der Humboldthalle überzeugte der Nachwuchs beim 30. Quirinus-Cup des Neusser HV mit einer Leistungsschau europäischer Handball-Kunst. Zwei Endspiele wurden erst in der Verlängerung entschieden.

Rainer Golz wusste gar nicht mehr wohin mit seinen Emotionen. "Ich bin so stolz auf meine Truppe, ich habe so viel Spaß an dieser Mannschaft, ich kann ..." Die Lobesarie des Trainers der gemischten E-Jugend der Cronenberger TG ging im Jubel seiner Schützlinge unter, die ausgelassen ihren Endspielsieg (13:9) über den Lokalrivalen HSV Solingen-Gräfrath feierten. Mittendrin Luca Teche, das einzige Mädchen im Team.

Die Endrunde der 30. Auflage des Quirinus-Cups bot an Pfingsten wahrlich alles, was das Handball-Herz begehrt. Hier todtraurige Verlierer, die kurz vor dem großen Ziel noch abgefangen wurden. "Ich bin richtig sauer! Ich koche!" bekannte Gräfraths impulsiver Coach Stefan Bögel, während sein Kollege Rainer Golz immer noch ergriffen nach Worten suchte: "Das ist das Größte, was die Jungs bislang erreicht haben."

Da die ganz große Pose der Mädels aus Rijeka, die ihren 17:16-Erfolg nach Verlängerung über die C-Jugend der HSG Blomberg/Lippe eingehüllt in die kroatische Nationalflagge feierten. Einig waren sich die Übungsleiter in der Bewertung des Turniers. "Das Niveau ist einfach super", sagte Golz, "genau das suchen Mannschaften wie wir, die in ihren Kreisen keine richtige Konkurrenz mehr finden können".

Als ehemaliger Nachwuchs-Trainer in Diensten des Neusser HV ist Jörg Hermes ein Stammgast beim Cup. Mit der weiblichen B-Jugend des TV Aldekerk unterlag er im Finale ZRK Celje Celjske Mesnine ebenfalls erst in der Verlängerung mit 14:18. Eine Niederlage, die der ohne drei Auswahlspieler angetretene Niederrheinmeister locker zu verkraften wusste. "Das war doch ein geiles Handballspiel!" stellte Hermes frohgestimmt fest. Ihn reizt am Cup vor allem der Vergleich mit den Talenten aus dem Osten Europas. "Die spielen körperbetont, nicht unfair, und sehr dynamisch."

Im Endspiel der männlichen A-Jugend war es zum Duell zweier echter Handball-Giganten gekommen. Auf der einen Seite Ex-Weltmeister Pascal Mahé, der die in erster Linie aus Spielern des TSV Bayer Dormagen formierte Mittelrhein-Auswahl betreute. Auf der anderen Seite Harry Jahns, Trainer-Legende des SC Magdeburg.

Als Aktiver gewann er 1981 mit den Handballern des SC Magdeburg die Europameisterschaft der Vereinsmannschaften, dazu holte er sieben DDR-Meisterschaften und wurde dreimal Pokalsieger. "Er ist wahrscheinlich der erfolgreichste Jugendtrainer in den vergangenen 20 Jahren", sagt die beim NHV für den weiblichen Nachwuchsbereich zuständige Gabi Palme.

Dass Magdeburg das mit einigen taktischen Leckerbissen gewürzte Finale deutlich mit 27:18 gewann, nahm Mahé gelassen hin. "Die Mannschaft hatte in dieser Formation noch nie auf dem Feld gestanden. Das ist okay."

(NGZ)