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Hockey: Punkt belässt SW Neuss noch eine Mini-Chance

Hockey : Punkt belässt SW Neuss noch eine Mini-Chance

Trotz guter Leistung brachte Hockey-Bundesligist SW Neuss beim 6:6 gegen Gladbach vor 800 Zuschauern erneut eine Führung nicht ins Ziel

Es wurde nichts mit der vor-weihnachtlichen Bescherung für Spieler und Fans des HTC Schwarz-Weiß Neuss: Das 6:6-Unentschieden (Halbzeit 5:4) im Kellerduell mit dem Gladbacher HTC vor 800 Zuschauern in der vollbesetzten Stadionhalle belässt den Neussern nur noch eine minimale Chance auf den Verbleib in der Hallenhockey-Bundesliga West.

Den zumindest nach den Leistungen von Samstagnachmittag beide Kontrahenten verdient hätten. "Das war kein Abstiegskampf, das war ein richtig gutes Hockeyspiel", befand Gästetrainer André Schiefer nach 60 hochspannenden Minuten vor einer Kulisse wie es sie in Neuss schon lange nicht mehr gegeben hat.

Es war spannend, es war dramatisch, es war hoch emotional — es war eigentlich wie immer, wenn Neuss und Gladbach die Hockeyschläger kreuzen. Mit zwei Unterschieden: Es war auch spielerisch eine ansprechende Vorstellung. Und es ging ausgesprochen gesittet und diszipliniert zu, auch wenn nach der Schlusssirene bei einigen Gladbachern die Sicherungen durchbrannten: Sie warfen Philip Weide vor, mit einer "Schwalbe" die letzte Strafecke zugunsten des HTC 75 Sekunden vor Schluss "herausgeholt" zu haben.

Der Ex-Gladbacher, der abgesehen von seinem Eckentor zum 6:4 (45.) nicht seinen besten Tag erwischt hatte, ließ sich wohl ein wenig theatralisch fallen, doch das rechtfertigte nicht die Aufregung. Um so mehr, als Sebastian Draguhn zwei Mal die Plastikkugel nicht richtig auf den Schläger bekam und so zwei Mal an GHTC-Torhüter Jens Blüthner scheiterte. 50 Sekunden später bekamen die Gäste ebenfalls noch eine kurze Ecke zugesprochen, blieben damit aber in der Neusser Deckung hängen. "So wie unsere Saison bisher verlaufen ist, habe ich wirklich gedacht, wir verlieren das Ding noch", meinte Andreas Bauch anschließend.

Nicht nur deshalb war der HTC-Trainer gar nicht mal so unzufrieden nach der Partie, auch wenn seine Schützlinge wie schon am Dienstag beim Deutschen Meister in Köln eine Zwei-Tore-Führung in den letzten Minuten nicht ins Ziel brachten: "Das ist natürlich ärgerlich. Aber wir haben gut gespielt und Moral bewiesen", befand Bauch. Schließlich gerieten die Hausherren noch Blitzführung (zwei Otto-Tore in den ersten drei Minuten) mit 2:3 und 3:4 in Rückstand.

Und es hat schon schwarz-weiße Teams gegeben, die da resigniert hätten. Das aktuelle kämpfte sich durch Lukas Teepe und Patrick Lunau-Mierke wieder zurück, und wäre Sebastian Draguhn nicht Sekunden vor dem Pausenpfiff mit einem Sololauf an Blüthner hängengeblieben, Gladbach wäre vielleicht zur Pause schon mausetot gewesen. So aber kam der GHTC noch einmal zurück und rettete einen Punkt, "der uns mehr nützt als den Neussern", so Schiefer. Denen belässt er immerhin noch eine Minimalchance.

(NGZ/rl)