Jüchen : Protest gegen Biogasanlage

Gegen die bei Waat geplante Biogasanlage gibt's Widerstand: Viele Bewohner von Dürselen lehnen das Projekt ab, sie befürchten unter anderem mehr Verkehr. Auch im Planungsausschuss war die Anlage Thema.

"Biogasanlage – nein danke" stand auf dem Plakat. Etliche Bürger aus Dürselen erklärten damit gestern Abend ihre Ablehnung der westlich von Waat und nördlich ihres Dorfes geplanten Biogasanlage. Am Tag zuvor lag im Planungsausschuss ein Brief der Dorfgemeinschaft Dürselen an die Gemeinde auf dem Tisch: "Die Anlage in unserer direkten Umgebung findet bei uns keine Zustimmung", erklärt darin Vize-Vorsitzender Klaus Ibach.

Die Gesellschaft "Bioenergie Waat GbR" plant die Anlage, die Strom für rund 1200 Vier-Personen-Haushalte produzieren soll. Robert Djapjas (43) aus Dürselen befürchtet dadurch eine "Verringerung der Lebensqualität durch Geruchsbelästung – und einen Wertverlust bei unseren Häusern. Ich bin nicht gegen Biogasanlagen generell, aber die hier geplante ist zu nah am Ort."

Viele Bewohner sind in Sorge, dass der Anlieferverkehr zur Anlage ihr Dorf belastet. "Wir haben auf der recht schmalen L 116 schon jetzt eine hohe Verkehrsbelastung duch die Kiesgrube", sagt Hans Terstappen (53). Auch Renate Borsing vom Vorstand der Dorfgemeinschaft meint: "Schon jetzt ist es hier für Kinder gefährlich, die L 116 zu überqueren." Auch bei ihr überwiegt die Skepsis, "wir brauchen aber noch mehr Informationen." Stephan Güttgemanns (43) sorgt sich auch um die Sicherheit, schon mehrmals sei es in Biogasanlagen zu Unfällen gekommen.

Hinter der Gesellschaft "Bioenergie Waat" stehen ein Landwirt aus Waat und ein Investor aus Mönchengladbach. Sie wollen zunächst – wie es auf Anfrage hieß – die Ergebnisse erster Gutachten abwarten, bevor sie das Projekt öffentlich vorstellen. Die Energie soll zu 70 Prozent aus Pferdemist sowie aus Mais und Hühnertrockenkot erzeugt werden. Zum Verkehr hieß es bei der Gesellschaft, dass die Anlieferung über einen Feldweg östlich von Dürselen, der an der L 116 beginnt, erfolgen soll. Täglich sei mit etwa acht Lastwagen zu rechnen.

Im Planungsausschuss betonten Bürgermeister Harald Zillikens und Ausschussvorsitzender Helmut Kreutz, dass die Gemeinde selbst nicht die Entscheidung über die Genehmigung – ein Antrag ist noch nicht gestellt – trifft. Sie wird aber am Verfahren beteiligt. Die Genehmigung muss die Untere Immissionsschutzbehörde des Kreises erteilen. "Es ist gut, dass wir frühzeitig über das Projekt informiert werden. Uns ist das Verkehrsgutachten wichtig", sagte Rainer Lange (SPD). Auch Geruchs- und Lärmgutachten sind nötig. CDU-Ratsherr Ralf Cremers, der gestern in Dürselen war, schlug im Ausschuss vor zu prüfen, "ob wir – ähnlich wie bei Windrädern – spezielle Gebiete ausweisen können, in denen Biogasanlagen errichtet werden können – etwa in Gewerbegebieten".

(NGZ)