Lokalsport: "Preis der Stadt Neuss" lockt Exoten an

Lokalsport : "Preis der Stadt Neuss" lockt Exoten an

Im dritten von insgesamt sechs Rennen, die heute ab 11.05 Uhr auf der Galopprennbahn am Hessentor auf dem Programm stehen, ist eine Mischung recht ungewöhnlicher Pferde am Start. Es geht um den "Preis der Stadt Neuss."

Wenn heute Mittag im dritten Rennen um 12.05 Uhr die sieben Pferde des "Preises der Stadt Neuss" auf die 1900 Meterstrecke der Rennbahn am Hessentor gehen, dann laufen dort Pferde der edlen Rasse Vollblut, die in ihrem größtenteils langen Rennpferdeleben insgesamt 60 Mal gewonnen haben. Als Wettfavoriten werden der fünfjährige Wallach Munaashid mit der 21-jährigen Maike Riehl und der siebenjährige Wallach Mood Indigo mit Ali Asli antreten, der im Stall nur Alfred gerufen wird, weil er aus Gelsenkirchen stammt.

Mood Indigo hat neun Rennen gewonnen, auf seiner Heimatbahn am Hessentor ist er in drei Auftritten ungeschlagen. Sein Trainer Axel Kleinkorres hegt allerdings Zweifel daran, dass es so bleibt: "Es geht über 1900 Meter. Das ist eigentlich zu kurz für ihn. Er kommt nach dieser Distanz eigentlich erst richtig ans schnelle Laufen. Man hat die Distanz nachträglich geändert." Der Widersacher Munaashid ist erst zweifacher Sieger - auch in guter Form und auf 1900 Metern etwas besser aufgehoben als Mood Indigo für seinen Besitzer, die Geschwister Linda und Roland Krüger aus Meerbusch. Der Jurist arbeitet als Richter am Bundesfinanzhof in München.

Neunfacher Sieger ist Renny Storm, den Sonja Daroszewski für drei Aufritte beim White Turf an den drei ersten Februar-Sonntagen in St. Moritz vorbereitet. Es mahnt eine lange, sicher nicht freiwillige Pause seit dem 10. März 2017 in Neuss. 13-facher Sieger und auch in Neuss mehrfach erfolgreich ist der siebenjährige Hengst Cassilero, den Derby-Siegjockey Maxim Pecheur reitet. Dem Pferd des Gestüts Erlenhof fehlt die aktuelle Form, ungefährlich ist er in Neuss nie. Der auch schon achtjährige Flashy Approach hat nur ein Rennen gewonnen, in Neuss wird keines dazukommen, er ist Außenseiter. Champion Filip Minarik sitzt auf dem dreifachen Sieger Lotus, auch er ein Außenseiter.

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Und dann wird Christian Peterschmitt vom Pirmannsteinerhof in Zweibrücken den elfjährigen Veteranen Beagle Boy satteln, den Esther Ruth Weißmeier reitet. Dieser ungewöhnliche Vierbeiner hat in seiner Laufbahn schon 23 Rennen gewonnen. Etliche davon auf kleinen Bahnen wie in Miesau im Landkreis Kaiserslautern, Meissenheim im Ortenau-Kreis, beim Purzelmarkt in Billigheim im Neckar-Odenwald-Kreis, auf dem engen Kurs um den Sportplatz von Erbach im Odenwald und auf der Bahn am Schloss La Motte von Lebach im Saarland, wo der Landwirt Brodbeck sonst seine Kühe weidet. Aber dieser Beagle Boy hat auch auf der französischen Bäderbahn in Deauville, in Baden-Baden-Iffezheim, in Berlin-Hoppegarten gewonnen und den Kurs von Neuss, den mag er besonders gern. Sein Trainer und Besitzer wird wie immer vor den Rennen Skepsis verbreiten. Aber auch Christian Peterschmitt kommt gern nach Neuss.

Im fünften Rennen lockt nach längerer Zeit wieder einmal eine Garantieauszahlung von steuerfreien 10.000 Euro in der Viererwette. Der Grundeinsatz beträgt 50 Cent, für Neulinge gibt es den Quick Pick ab zwei Euro, der Computer druckt einen Schein mit Außenseitern und Favoriten und einer nicht geringen Trefferquote. Wobei die 10.000 Euro nur dann an einen Wetter gehen, wenn er allein trifft.

(kgö)
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