Preis der Perlenkette auf der Galopprennbahn in Neuss

Galopp : „Preis der Perlenkette“ ist offener denn je

Im zweiten Lauf des beliebten Wettbewerbs für Rennreiterinnen am Sonntag auf der Neusser Galopprennbahn gibt es keine Favoritin.

Es ist schon der vorletzte Neusser Renntag der laufenden Wintersaison des deutschen Galopprennsports: Am Sonntag werden dort ab 10.50 Uhr die mittlerweile üblichen sechs Rennen gestartet. Mit dem Höhepunkt des zweiten der insgesamt drei Läufe um den „Preis der Perlenkette“.

Die seit 1961 ausgetragenen Traditionsrennen um das erneut von der Albers & Sieberts Buchmachergesellschaft gesponserte Schmuckstück ist das letzte verbliebene,  bundesweit beachtete Neusser Galopper-Markenzeichen. Nach dem ersten Rennen am 26.Januar führt Rebecca Danz vor Olga Laznovska, Maike Riehl, Sibylle Vogt und Anna van den Troost.

13 Pferde werden am Sonntag um 12.50 Uhr den zweiten Lauf bestreiten und vieles deutet darauf hin, dass die Karten für den Endkampf am 24.Februar völlig neu gemischt werden. Die Renndistanz ist diesmal auf 1900 Meter festgelegt. Damit treten andere Pferde als am 26.Januar an, denn im ersten Lauf waren Spezialisten für die 1500 Meter-Strecke gefragt.

Die führende Rebecca Danz sitzt im Sattel der fünfjährigen Stute Circulate. Ein Rennen hat sie am 8.Juni 2018 gewonnen – die aktuelle Form ist ebenfalls wenig erbaulich. Allerdings handelt es sich auch bei der Gegnerschaft um keine Überflieger. Für Rebecca Danz könnte schon eine Platzierung für das Finale in zwei Wochen wertvoll werden. Die Zweiplatzierte Olga Laznovska ist am Sonntag wegen eines „Fouls“ beim vorletzten Renntag in Neuss gesperrt. Maike Riehl und Anna van den Troost sind diesmal ohne Ritt. Bleibt die Schweizerin Sibylle Vogt. Sie sitzt im Sattel des fünfjährigen Hengstes namens Log In der Kölner Besitzergemeinschaft „Stall Colonia“. Auch Log Ins letzte Leistungen sind kein großer Anreiz für eine Siegwette über Taschengeld-Umfang hinaus.

Das sieht bei der neunjährigen Stute Hippocrone anders aus. Sie zählt am Sonntag zum Favoritenkreis. Im Sattel sitzt die 43-jährige, gebürtige Tschechin Hana Mouchova. Seit Jahrzehnten lebt sie im Saarland mit den vielen leidenschaftlich tätigen Besitzertrainern, der seit Jahrzehnten erfolgreichen Jugendförderung und der mit viel Sachkunde und Engagement geführten Rennbahn in Saarbrücken-Güdingen in Wurfweite der Grenze zu Frankreich. In Saarbrücken hat „Es Hana“ (so nennt man sie im Saarland) auch eines ihrer beiden Rennen gewonnen. Es wurde still um die routinierte Reiterin, die mit ihren 319 Siegen seit 1993 und dem Gewinn der Perlenkette im Jahre 2000 die mit Abstand erfolgreichste Reiterin des Feldes am Sonntag in Neuss ist. Die nicht minder routinierte Schimmelstute Hippocrene hat zuletzt am 6. Februar 2018 (mit Miguel Lopez) in Neuss gewonnen. Den Kurs am Hessentor mag das Pferd von Trainer Martin Schu aus Berus im Landkreis Saarlouis. Und für Zuschauer ist die Schimmelstute zudem gut erkennbar.

Trotz des Aufschwungs – vor allem die Stimmung auf der Bahn ist besser geworden – durch den auch diesmal präsenten Streetfood-Markt ist das Wettgeschäft auf der Bahn erheblich steigerungsfähig. Der Rennverein hat im Bereich des Marktes einen Wett-Infostand eingerichtet. Dort wird jedem beim Ausfüllen eines Wettscheines geholfen und auch das Wettsystem erklärt. Im Grunde ist es sehr einfach: Das Geld kommt in eine große Kasse. Dann wird die Wettsteuer (bei Sieg- und Platzwetten nur noch 15 Prozent) abgezogen und die übrig gebliebene Summe wird an die Gewinner ausgezahlt. Gewinnen Außenseiter mit hohen Quoten, dann kassieren wenige hohe Summen. Bei Favoritensiegen gibt es viele Gewinner und weniger Geld.