1. FC Grevenbroich-Süd: Prächtige Stimmung in der Südstadt

1. FC Grevenbroich-Süd : Prächtige Stimmung in der Südstadt

Von Dirk Sitterle

Von Dirk Sitterle

Thomas Bahr ist gewiss ein fröhlicher Mensch, und als solcher wusste er sich am vergangenen Sonntag köstlich über den unerwartet deutlichen 4:1-Erfolg des vom ihm trainierten Fußball-Landesligisten 1. FC Grevenbroich-Süd in Richrath zu amüsieren.

Doch schon "nach einer Runde Bier" direkt nach Spielschluss in der Kabine galten seine Gedanken dem nächsten Gegner SV Straelen II. Darum stieß ihm am Dienstag auch die erste Trainingseinheit nach dem Coup sauer auf. "Die Stimmung war schon wieder zu gut. Lockerheit ist ja gut und schön, aber eine gewisse Anspannung sollte vor einem so wichtigen Spiel schon da sein." Er hält es lieber mit seinem ehemaligen Trainer Aleksandar Ristic, der zur gemeinsam verbrachten Zeit bei Fortuna Düsseldorf stets gemahnt hatte: "Jungs, Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Heute bist du oben und morgen schon wieder ganz unten."

Dort stehen im Moment die Gäste, die auf Platz elf nur einen Punkt vom ersten Abstiegsplatz entfernt sind. Der 1. FC-Süd ist nach zwei Siegen in Folge schon Fünfter, doch nicht ganz frei von Sorgen: Regisseur Tobias Willkomm lag schwer erkältet flach, sein Einsatz ist ebenso noch ungewiss wie der des am Knie verletzten Michael Eckholz und von Marat Surtebayer (Prellung). Weiter nur zuschauen kann Torsten Müllers.

In Dormagen war es Spielertrainer Jörg Ferber sogar ganz recht, dass Schlusslicht Rheydter SV, das am Sonntag den Höhenberg besteigt, vor Wochenfrist beim 1. FC Mönchengladbach (0:0) zum ersten Mal in dieser Saison gepunktet hat. Für Ferber Warnung genug, "denn wir haben uns beim 4:2 gegen Gladbach richtig schwer getan." An die Höhe des Sieges verschwendet er darum auch keinen Gedanken. Zwar stellt der seit einigen Wochen vom Ex-Kapellener Axel Malchow trainierte Absteiger aus der Verbandsliga mit 54 Gegentoren die mit Abstand schwächste Abwehr der Liga, doch Ferber stellt klar: "Es geht nur um die drei Punkte."

Das ein oder andere Törchen könnte indes nicht schaden, sieht der Coach die Partie doch auch schon als Vorbereitung auf das schwere Match beim Tabellenzweiten BV 04 Düsseldorf am darauf folgenden Spieltag. "Dafür können wir uns am Sonntag das Selbstvertrauen holen." Mit den angeschlagenen Kai Pelzer, Jerome van der Heusen, Stephan Volk und Farid Ahmad haben unter der Woche allerdings gleich vier Akteure nur eingeschränkt trainieren können. Dafür könnte Sascha Pelka nach einwöchiger Pause wieder seinen angestammten Platz in der Defensive einnehmen.

Mit dem Tabellendritten SV Wersten wartet auf den Neuling TuS Hackenbroich eine nur sehr schwer zu lösende Aufgabe. Zwar wiederholt Trainer Stephan Reiter, der gerade in der Sportschule Wedau seine C-Lizenz erwirbt, fast gebetsmühlenartig sein Credo: "Wenn wir als Mannschaft auftreten, ist für uns was drin. So stark sind die auch nicht." Doch so ganz wohl ist ihm nach der 1:3-Heimpleite gegen Nettetal nicht in seiner Haut.

"Da hat mich meine Mannschaft zum ersten Mal in dieser Saison richtig enttäuscht. Der Gegner war schon schwach, aber wir waren noch schwächer. In dieser Verfassung haben wir in der Landesliga nichts verloren." Ihm fehlen schlichtweg die Alternativen. "Ich sehe nicht, dass sich im Training einer aufdrängt." Er hofft nun, dass der Verein im Winter personell nachlegt. Vorerst auf die Bank muss nach seinem bereits zweiten Urlaub in dieser Saison Michael Kraljevic.

(NGZ)