Korschenbroich : Postberge im Wahlamt

Die Plakatschlacht tobt, Info-Stände der Parteien schießen wie Pilze aus dem Boden. Die heiße Phase im Kommunalwahlkampf ist längst eingeläutet. Das merkt auch Maria-Luise Eickels im Wahlamt der Stadt.

Korschenbroich "Wahlen wollen langfristig vorbereitet sein", weiß Maria-Luise Eickels. Und so war es für die Verwaltungsangestellte, die ihren festen Arbeitsplatz eigentlich im Bürgerbüro an der Hindenburgstraße hat, eine Selbstverständlichkeit, frühzeitig den einen gegen den anderen Schreibtisch auf Zeit einzutauschen. Bis Oktober ist sie noch im Wahlamt im städtischen Gebäude an der Friedrich-Ebertstraße 3 anzutreffen. Anfangs war es für die 50-Jährige ein konzentriertes und ruhiges Arbeiten. Seitdem die Wahlbenachrichtigungskarten verteilt sind, geht aber in dem Büro, das sie sich vormittags mit Christine Mittermaier teilt, im wahrsten Sinne des Wortes "die Post ab".

Postberge türmen sich in Plastikbehältern. Und jeden Tag erhöht sich die Zahl der Kisten. Ein bis zwei gut gefüllte Post-Schütten kommen täglich mindestens dazu. Nachfragen per Telefon gehören zur Tagesordnung und der Besucherstrom wird täglich mehr. "Viele Bürger nutzen das Angebot der Briefwahl", so Maria-Luise Eickels. "Es ist einfach bequem." Aber auch wer im Wahlamt vorbeischaut, nutzt in der Regel dann auch direkt die Zeit, um seine Stimme für den 30. August abzugeben. "Wir haben eigens dafür zwei Wahlkabinen aufgestellt, damit auch alles seine Ordnung hat."

Bis gestern Nachmittag hatten bereits 2712 Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Bei den Kommunalwahlen 2004 waren es insgesamt 2888 Wähler, die diesen Service genutzt hatten. "Diese Zahl erreichen wir bis zur Wochenmitte locker", gab sich dann auch Rudolf Graaff zuversichtlich. Der Beigeordnete, der auch als stellvertretender Wahlleiter fungiert, wollte gestern im Gespräch mit der NGZ allerdings zur Wahlbeteiligung keine Prognose abgeben. Ein Blick zurück: 2004 lag die Wahlbeteiligung bei 62,93 Prozent. Zur Stimmabgabe waren damals 26 965 berechtigt. Dieses Mal dürfen 27 744 ihr Votum abgeben.

Rudolf Graaff lässt aber nichts unversucht, um den Bürgern in der Stadt Korschenbroich ihre Stimmabgabe so einfach wie möglich zu machen. Hier denkt Graaff speziell an Herrenshoff und Raderbroich: "Dort fallen Schützenfest und Kommunalwahl auf einen Termin." Da die Schaffenbergstraße in Teilen abgesperrt und zudem für Festumzug und Parade genutzt wird, wird das bisherige Wahllokal von der Grundschule in die benachbarte Feuerwache, Am Ehrenmal 20, verlegt. "Auf diese Weise ermöglichen wir jedem Schützen oder Festbesucher ohne großen Aufwand wählen zu gehen", so Graaff weiter.

Gleiches gilt für die Gaststätte Dresen in Raderbroich, die während der Festtage zur Schützenhochburg wird. Zudem heißt es dort immer "Antreten des Regiments". Dankbar hat Rudolf Graaff dann auch das Angebot der Familie Otten angenommen, mit dem Wahllokal in das Geschäftsgebäude der Firma Famos auf Hof-Hof (Raderbroich 9) auszuweichen. "Dort müssen wir nur eine Eingangsstufe mit einer Rampe überbrücken, sonst ist dort alles perfekt."

Auch in diesem Jahr hat die Stadt wieder eine Wahlpräsentation organisiert. Wer am 30. August hautnah miterleben möchte, wer Bürgermeister wird oder wer in den neuen Stadtrat einzieht, der kann sich ab 18.30 Uhr in der Alten Schulen, Steinstraße 18, informieren.

(RP)
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