Jüchen : Polstermeister auf Abwegen

Hochneukirch (drei) Ganz alltäglich war die Geschichte nicht, die Polstermeister Gerhard Wirtz Maximilian Arndt, Obermeister der Raumausstatter- und Sattler-Innung, und Paul Neukirchen, Geschäftsführer der Kreishandwerkschaft, bei der Übergabe des Goldenen Meisterbriefes erzählte.

Hochneukirch (drei) Ganz alltäglich war die Geschichte nicht, die Polstermeister Gerhard Wirtz Maximilian Arndt, Obermeister der Raumausstatter- und Sattler-Innung, und Paul Neukirchen, Geschäftsführer der Kreishandwerkschaft, bei der Übergabe des Goldenen Meisterbriefes erzählte.

Dass er mit fast 75 Jahren nicht mehr arbeitet, überraschte dabei weniger, sondern eher, dass er schon seit den 60er Jahren nicht mehr als Polstermeister arbeitet. "Durch einen Zufall lernte ich 1965 jemanden kennen, der einen Job in der Behindertenwerkstatt in Hemmerden hatte", erzählte Wirtz, "und zwei Jahre später habe ich dort fest angefangen."

Der Fortbestand des Betriebes, den Vater Hermann Wirtz 1928 gegründet hatte, war aber durch seine Abwanderung nie in Gefahr, schließlich war er als eines von zehn Kindern nicht das einzige, das den Beruf des Polsterers gelernt hatte. "Ich wusste schon früh, dass ich im Betrieb nicht meinen Platz finden werde", so Gerhard Wirtz, "außerdem wollte ich immer gerne etwas mit Menschen machen."

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Missen will er die Ausbildung im Betrieb allerdings nicht, denn durch die Meisterprüfung wurde ihm damals das Abitur angerechnet. Seinen Weg machte er dann aber in Hemmerden: Vom Mitarbeiter stieg er zum Gruppenleiter auf, später zum Abteilungsleiter bis hin zum Geschäftsführer.

Wirtz: "Diesen Posten hatte ich von 1987 bis 1995 inne bis ich mit 63 Jahren in Rente ging," Wenn er damals gewusst hätte, dass er zwölf Jahre später noch so gut zurecht ist, hätte er auch gerne bis zum Ende des 65. Lebensjahres gearbeitet. "Aber man weiß ja nie und will noch was vom Leben haben." Nach drei Kindern und sieben Enkeln werden in diesem Jahr die ersten Urenkel geboren.

Außerdem verreist Gerhard Wirtz gerne gemeinsam mit Ehefrau Barbara. Viele Teile der Welt hat das Paar schon gesehen: China, Jordanien, Portugal, Ägypten und Israel waren nur einige der Ziele. Auch sonst hat der Rentner in seinem Leben einiges erlebt. "Ich war viele Jahre im Gemeinderat und dann noch als Schöffe und Schiedsmann tätig." Heute ist er noch mindestens einmal pro Woche in der Behindertenwerkstatt zu Besuch.

Zur Polsterei fand Gerhard Wirtz aber trotzdem noch einmal zurück. "Als mein ältester Bruder Anfang der 90er Jahre starb musste ein Meister her, um die Prüfungen abzunehmen. Aber das war in einem Famileinbetrieb selbstverständlich", erzählt Wirtz.

(NGZ)