Jüchen : Polo: Wimmer schaltet Minister ein

Motorrad- und Lastwagenverkehr in Jüchen: Land soll den Kreis zu regelmäßigen Kontrollen anweisen.

Jüchen Seit Monaten kämpft er vergeblich gegen den Verkehr und den Motorenlärm auf der Jüchener Ortsdurchfahrt. Jetzt wendet sich der ehemalige Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer (CDU) in Richtung Düsseldorf. In einem heute versandten Brief fordert er Innenminister Ingo Wolf auf, gegen den Landrat des Rhein-Kreises vorzugehen. Denn nach Meinung Wimmers bleibe Hans-Jürgen Petrauschke "völlig untätig", er unternehme nichts gegen die "hohe Gefährdung für alle Verkehrsteilnehmer" auf der Bundesstraße 59. Die Forderung des ehemaligen Abgeordneten: Der Innenminister soll den Landrat anweisen, regelmäßige Verkehrskontrollen vorzunehmen.

"Seitdem Polo im Frühjahr eröffnet wurde, sind die Motorradfahrer und der hohe Lastwagen-Verkehr zu einer enormen Belastung der Anwohner geworden", ärgert sich Willy Wimmer. Selbst der Bundesverkehrsminister habe vor diesem Hintergrund im Mai eine Sperrung der Ortsdurchfahrt für Lastwagen über zwölf Tonnen angeregt — doch weder die Gemeinde Jüchen noch der Rhein-Kreis Neuss würden darauf reagieren.

Und daher sieht Willy Wimmer die Motorradfahrer immer noch viel zu schnell durch die Ortsdurchfahrt brettern. "Das stellt eine erhebliche Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer dar", warnt der Jüchener — ganz abgesehen von der "infernalischen Lärmentwicklung", die damit verbunden sei. Wimmer fordert vor diesem Hintergrund verstärkte Verkehrskontrollen entlang der B 59. Die Polizei sei zwar regelmäßig in Jüchen zu sehen — sie kontrolliere jedoch nicht auf der B 59, sondern auf der vergleichsweise geringer befahrenen Hamscher Straße. "Das ist nicht nur völlig unverständlich, sondern auch unverantwortlich", wettert Willy Wimmer: "Denn auch der Lastwagenverkehr hat zugenommen und durchquert ebenfalls mit überhöhter Geschwindigkeit die Ortsdurchfahrt."

Der ehemalige Abgeordnete geht davon aus, dass die Genehmigungen für Polo ohne die notwendigen Verkehrsprognosen erstellt worden seien. "Bei einer Gewerbeansiedlung dieser Art und den Massenveranstaltungen, für die in ganz Deutschland geworben wird, sind diese aber zwingend vorgeschrieben", so Wimmer. Da weder der Kreis noch die Gemeinde seine Anfragen beantworten würden, hat der Jüchener den Innenminister zu einer Überprüfung aufgefordert.

Der Rhein-Kreis wollte sich heute noch nicht zu Wimmers Schreiben äußern: "Wir werden nichts kommentieren, das uns noch nicht schriftlich vorliegt", erklärte Sprecher Harald Vieten gegenüber der NGZ.

(RP)