Jüchen : Polo: Die ersten Kündigungen

Der insolvente Motorrad-Spezialist Polo wird 20 Mitarbeitern betriebsbedingt kündigen. Drei Angestellte aus der Jüchener Hauptverwaltung sind betroffen. Es könnte aber mehr Entlassungen geben. Der Betrieb geht weiter.

Mit allen 95 Filialen will Polo in der kommenden Woche in das Insolvenzverfahren eintreten. Das heißt auch: Es wird vorerst keine große Entlassungswelle geben. Dennoch wird der Motorrad-Spezialist, der Anfang Dezember die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt hatte, 20 seiner insgesamt 800 Mitarbeiter betriebsbedingt kündigen. Das teilte der Sprecher des Insolvenzverwalters Horst Piepenburg gestern mit.

Betroffen sind überwiegend Mitarbeiter und Aushilfen aus der Gastronomie. Mit Ausnahme des "Red Hot" in Jüchen sollen in allen Filialen mit eigener Gastronomie die Kunden nur noch freitags und samstags bewirtet werden. Allerdings wird es auch in Jüchen einen leichten Personalabbau geben. Wie unsere Zeitung erfuhr, soll drei Mitarbeitern aus der Jüchener Hauptverwaltung betriebsbedingt gekündigt werden.

Zukunft hängt vom Käufer ab

Ob es langfristig bei den 20 Entlassungen bleibt, ist noch unklar. Denn das hängt davon ab, ob auch alle Shops weiterbetrieben werden. Und das entscheidet allein der Käufer. "Noch ist aber offen, ob ein Käufer, den wir suchen, sämtliche Standorte nach dem Erwerb des Unternehmens fortführen wird", sagte Rechtsanwalt Piepenburg. Der Ausgang der Investorengespräche sei derzeit noch offen.

Der Betrieb läuft unterdessen weiter. Wie ein Sprecher erklärte, stehe Polo in gutem Kontakt zu Gläubigern und Geschäftspartnern, die für den Geschäftsablauf wichtig seien. Nun soll auch der Polo-Katalog erscheinen, der die Liquidität stark belastet. Ab 22. Februar soll das Werk an Kunden und Filialen verschickt werden. "Damit geben wir auch ein deutliches Signal in den Markt, dass wir für Polo eine realistische Perspektive sehen und inzwischen wieder mittelfristig planen können", erklärte Geschäftsführer Klaus Esser.

Unterdessen wird in der kommenden Woche wohl das endgültige Insolvenzverfahren eröffnet werden. Dann legt Piepenburg dem Amtsgericht in Mönchengladbach sein Gutachten vor. Und das bedeutet: Piepenburg sieht Polo als ein sanierungsfähiges Unternehmen an. Entsprechende Perspektiven will der vorläufige Insolvenzverwalter dem Amtsgericht aufzeigen. Die Richter entscheiden dann über den weiteren Fortgang des Insolvenzverfahrens.

Eines aber scheint klar: Piepenburg wird das Insolvenzverfahren wohl weiter begleiten. Vom Gericht war er zunächst als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden. Das Amtsgericht hat in dieser Woche beschlossen, dass Polo ein allgemeines Verfügungsverbot auferlegt wird. Das Unternehmen darf nicht mehr über Eigentum und Vermögen verfügen. Dabei handelt es sich um eine Sicherungsmaßnahme über das Vermögen Polos. Die Vollmacht hat das Gericht an Horst Piepenburg übertragen.

(NGZ)