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Düsseldorf/Jüchen: Polizei fasst Einbrecherbande

Düsseldorf/Jüchen : Polizei fasst Einbrecherbande

In einer Grundschule in Ratingen hat die Polizei eine Einbrecherbande festgenommen. Sie soll allein im Großraum Düsseldorf 45 Schulen und Kitas heimgesucht haben. Auch in eine Grundschule in Jüchen ist die Bande eingebrochen.

Als die fünf mutmaßlichen Täter in der Nacht zum Dienstag mit zwei Autos zur Grundschule nach Breitscheid fuhren, waren ihnen Fahnder der Ermittlungskommission „EK Tafel“ dicht auf den Fersen. Kaum hatten sie versucht, ins Schulhaus einzudringen, klickten die Handschellen. Ein sechstes Mitglied der Bande, die seit Sommer im Visier der Polizei war, ist am Morgen danach in seiner Wohnung festgenommen worden.

Seit Februar 2010 hatte die Polizei immer wieder Einbrüche in Schulen und Kindertagesstätten im Düsseldorfer Stadtgebiet registriert. Auch in Jüchen war die Bande aktiv und brach Mitte Juni 2010 in die Grundschule "In den Weiden" ein. Auf die soll sie, wie bei anderen Einbrüchen auch, aus dem Internet gekommen sein. Die Methode war immer die gleiche: Die Eingangstüren der Schulen wurden aufgehebelt, dann die Verwaltung durchsucht. Dabei wendeten die Täter brachiale Gewalt an, verwüsteten die Räume so sehr, dass der Sachschaden die Beute meist bei weitem überstieg.

Abgesehen hatten es die Täter immer auf den Schultresor und das Geld, das darin für Klassenfahrten und Schulprojekte aufbewahrt wurde. Dieter Töpfer, Leiter des Einbruchskommissariats, das mit der Einrichtung der „EK Tafel“ auf die Serie reagierte: „Einmal fielen ihnen ein paar tausend Euro in die Hände, aber meist war der Geldbetrag so niedrig, dass sie auch noch Laptops und Unterrichtsmaterial mitnahmen.“ Der erste heiße Tipp kam Ende Juni von der Suitbertusstraße in Düsseldorf. Dort hatte ein Anwohner verdächtige Gestalten gesehen und die Polizei alarmiert. Die nahm zwar die Personalien der Männer im Alter von 22 bis 38 Jahren auf, konnte ihnen aber nichts nachweisen. Erst als Stunden später ein Einbruch in eine Schule an der Suitbertusstraße entdeckt wurde, war der mögliche Zusammenhang offensichtlich. Und die „EK Tafel“ hatte erstmals konkrete Personen im Verdacht. Verdeckt ermittelten die Beamten nun gegen den mutmaßlichen Kopf der Bande, einen 38-jährigen Düsseldorfer, und seine Komplizen, von denen zwei wie er in Düsseldorf wohnen.

Drei weitere Männer kamen aus Südosteuropa zu Besuch, von wo auch die drei Düsseldorfer vor Jahren eingewandert sind. Trotz aufwändiger Ermittlungen war der Bande zunächst nichts nachzuweisen. Und dann nahm die Polizei in Bergisch-Gladbach einen der Männer bei einem Einbruch fest. Der 37-Jährige wurde im Dezember in sein Heimatland geschickt, kehrte aber am 7. Februar zurück. Schon wenige Tage danach gab es den nächsten Einbruch. Bei der Festnahme in Ratingen hatten die Täter eine handschriftliche Liste mit 23 Schul-Adressen in der Region dabei.

(NGZ)