Jüchen : Polizei: Es war Brandstiftung

Nach dem vorläufigen Abschluss der Ermittlungen zur Brandursache einer Lagerhalle an der Ulmenstraße kommen die Experten der Kriminalpolizei und ein hinzugezogener Brandsachverständiger zu dem Ergebnis, dass vorsätzliche Brandstiftung ursächlich für den Großbrand war.

Das Feuer entstand mit hoher Wahrscheinlichkeit vor dem Gebäude. Hier abgestellte Landmaschinen wurden in Brand gesetzt. Das Feuer hat dann auf das angrenzende Gebäude übergegriffen und dort alles zerstört. Der entstandene Schaden liegt nach vorsichtigen Schätzungen im hohen sechsstelligen Bereich.

Diegroße Lagerhalle war am Samstagmorgen völlig ausgebrannt : 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz – es war der größte Brand seit rund 20 Jahren in Jüchen. Sechs Landarbeiter konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen.

Rauch zog über die Autobahn A 540 und die benachbarte Bahnlinie, behinderte die Sicht. In Grevenbroich wunderten sich Wevelinghovener über schwarze und weiße Partikel auf ihren Autos. Die stammen wahrscheinlich vom Ascheregen: Etliche Kilometer weiter, an der Ulmenstraße am Ortsrand von Gubberath, brannte am Samstagmorgen eine rund 40 Meter lange und 25 Meter breite Lagerhalle eines Bauernhofs komplett aus. 60 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Erst gestern morgen konnten die letzten Kräfte abrücken. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus.

Am Samstagmorgen stand Landwirt Otto Esser (34), der Gemüse anbaut und 200 Meter weiter wohnt, betroffen vor den Resten der erst sechs Jahre alten Halle. Das Dach ist zusammengesunken, die Wände aus Trapezblech haben sich in der Hitze enorm verformt. "Nachbarn weckten mich und sagten, dass es an der Halle brennt."

Ein Dorfbewohner weckte die sechs polnischen Landarbeiter, die in einem Teil der Halle ihre Unterkunft hatten. Als die Feuerwehr eintraf, waren sie schon draußen. "Mit einem Nachbarn konnte ich noch einen Traktor hinausfahren, dann ging nichts mehr", schildert Esser.

Zunächst brannten Paletten unter einem Vordach, "doch die Flammen griffen schnell auf die ganze Halle über", berichtet René Wingerath, der Gierather Löschzugführer war gegen 5.40 Uhr einer der ersten vor Ort.

Alle fünf Jüchener Löscheinheiten rückten aus, die Leitstelle in Neuss alarmierte unter anderem fünf Großtanklöschfahrzeuge aus dem Kreis und aus Bedburg. "Es ist eine Materialschlacht", sagte Hans-Dieter Abels, Leiter der Feuerwehr Jüchen. Angesichts des Rauchs nahm ein Gerätewagen aus Neuss Luftmessungen vor. Gubberather

(ila/jco)