1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Korschenbroich: Politik diskutiert über Wohnmodelle im Alter

Korschenbroich : Politik diskutiert über Wohnmodelle im Alter

Vertreter der Ratsfraktionen diskutierten über das Thema "Leben und Wohnen im Alter". Es gab viele Ideen – jedoch wenig Konkretes.

Vertreter der Ratsfraktionen diskutierten über das Thema "Leben und Wohnen im Alter". Es gab viele Ideen — jedoch wenig Konkretes.

Foto: Hans-Reinhardt Michel (3. v.r.) und Vertreter aus der Politik. Foto: LB/Elmo

Dr. Hans-Reinhardt Michel war durchaus überrascht, als er seinen Blick durch den prall gefüllten Versammlungsraum in der Korschenbroicher Feuerwache schweifen ließ. "Mit einer solch großen Resonanz haben wir dann doch nicht gerechnet", sagte er lächelnd. Die rund 65 Besucher waren ein eindeutiger Beweis für die Brisanz der Thematik, die an diesem Abend behandelt wurde — "Leben und wohnen im Alter in Korschenbroich".

Fünf Vertreter der Ratsfraktionen diskutierten angeregt über die Möglichkeiten zur Anpassung der örtlichen Infrastruktur an den demografischen Wandel der nächsten zehn bis 15 Jahre sowie über Angebote von Wohnformen für ältere Menschen und die damit verbundenen Rahmenplanungen. Auch Möglichkeiten zur Intensivierung sozialer Kontakte standen auf dem Plan.

Andreas Heidemann von der CDU-Fraktion weiß um die Wichtigkeit der Thematik und machte zunächst auf die bereits erzielten Erfolge aufmerksam. "Mit den Mitteln des Konjunkturpaketes haben wir die alten- und behindertengerechte Absenkung und Herrichtung von Straßenübergängen und Bordsteinkanten im gesamten Stadtgebiet vorangetrieben", sagte er. Zudem wolle man die Rahmenbedingungen für private Investoren und Initiativen verbessern. Dies gelte vor allem für wohnnahe Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und den Bau für Wohnformen für ältere Menschen.

Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Albert Richter machte auf die Wichtigkeit von vielfältigen Wohnangeboten aufmerksam. "Jeder Mensch ist anders, und jeder Mensch möchte auch im Alter anders wohnen. Darum ist es wichtig, so viele Wohnformen wie möglich zu schaffen", sagte der 59-Jährige. Besonders der Holzkamp sei aufgrund der Nähe zum "Haus Tabita" mit der Diakonie besonders geeignet für barrierefreie Wohnflächen für ältere Bürger.

Martin Kresse, Kreistagsabgeordneter der Grünen, präsentierte bereits den ersten Schritt, damit ältere Menschen ihren Nahbereich selber gestalten können — ein Entwurf zum Beschluss eines Seniorenbeirates mit Schwerpunkt auf Leben und Wohnen im Alter sowie der Quartiersgestaltung. Bis zur nächsten Legislaturperiode bereitet diese Steuerungsgruppe Konzepte zur wirksamen Beteiligung und weitere Handlungsschritte vor. "Es ist wichtig, nicht alles an die Politik abzugeben, sondern das Heft selber in die Hand zu nehmen", begründete Kresse den Beschlussvorschlag. So solle auch eine Veränderung des Einkaufsverhaltens in Betracht gezogen werden, um Hofläden wie in Steinhausen zu revitalisieren und ein breiteres Warenangebot anzuregen.

Christian Külbs (Die Aktive) appellierte direkt an die Bürger: "Wir sind auf Kreativität angewiesen und würden uns freuen, wenn so viele Menschen auch mal zu einer Ratssitzung kommen würden, um sich einzubringen." Külbs brachte jedoch auch zum Ausdruck, dass es ein langwieriger Prozess sei und viele kleine Schritte benötige, bis alle Barrieren beseitigt werden könnten.

(NGZ/rl)