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Vogel und Dr. Koenemann im Interview mit der NGZ: Planungen sind keine Luftschlösser

Vogel und Dr. Koenemann im Interview mit der NGZ : Planungen sind keine Luftschlösser

Von Volker Koch und Klaus Göntzsche

Von Volker Koch und Klaus Göntzsche

Der erste Renntag brachte mit einem Umsatz von 196 000 Euro ein zufriedenstellendes Ergebnis, der nächste steht am Sonntag am Hessentor auf dem Programm. Dazwischen standen Jan Antony Vogel, Präsident des Neusser Reiter- und Rennvereins, und Geschäftsführer Dr. Bernd Koenemann der NGZ Rede und Antwort über Zukunft und Gegenwart der Galopprennbahn.

Herr Vogel, können Sie mit dem Ergebnis des ersten Renntages leben

Vogel: Die genauen Zahlen liegen zwar noch nicht vor, aber ich gehe davon aus, dass wir bei einem Umsatz von 196 000 Euro eine Deckungslücke zwischen 10 000 und 15 000 Euro haben werden. Das entspricht in etwa der gleichen Größenordnung wie zu Beginn der vergangenen Saison. Im Januar und Februar hatte sich das auf 6 000 Euro eingependelt, die zugeschossen werden mussten, damit wir kostendeckend arbeiten können. Ich denke, darauf bewegen wir uns auch wieder zu.

Wie ist die Sponsorenlage, vor allem, was Ihr Hauptereignis, den Sandbahn-Grand-Prix am 27. Februar, angeht?

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Vogel: Was den Sandbahn-Grand-Prix angeht, sieht es ganz gut aus, wir planen da mit einem, eventuell auch zwei großen Sponsoren. Namen können wir noch keine nennen, da die Gespräche noch laufen. Insgesamt decken die vorhandenen Sponsoren den notwendigen Bedarf aber nicht ab, wir sind deshalb vor allem auf der Suche nach Kleinsponsoren.

Der Dachverband wünscht sich mehr Renntage auf seinen Bahnen. Können Sie diesen Wünschen nachkommen?

Koenemann: Wir haben vor, im kommenden Jahr weitere Mixed-Renntage, also solche mit Rennen auf Gras und auf Sand, anzubieten, mit denen wir auf Freitagabend gehen wollen.

Vogel: Die Freitage erscheinen uns wesentlich attraktiver als die bisherigen Mittwochrenntage, die wirtschaftlich einfach nicht abzuwickeln sind. Freitags kommen mehr Leute, vor allem, wenn es uns gelingt, den Renntagen einen solchen lokalen Bezug zu geben wie es uns mit dem Bürgerschützenrenntag ja gelungen ist. Nach unseren Vorstellungen wollen wir in der Zeit zwischen Ende und Beginn der Wintersaison, also von April bis Oktober, in jedem Monat einen Renntag veranstalten.

Der lokale Bezug ist die eine, der internationale Touch mit der Europameisterschaft der Sandbahnspezialisten die andere Seite der Medaille.

Koenemann: Wir sind ganz stolz darauf, mit unserem Sandbahn-Grand-Prix zu dieser Serie dazuzugehören und das auch zu bleiben. Am Sonntag haben wir ja die Vertreter der anderen vier Veranstalter aus Frankreich, Italien, Schweden und England bei uns zu Gast.

Vogel: Wobei wir hoffen, dass es nicht bei den Vertretern der Rennbahnen bleibt. Im Vorjahr hatten wir ja schon italienische Starter, jetzt hoffen wir, für den Sandbahn-Grand-Prix auch Pferde aus Frankreich und England anlocken zu können. Unser Rennbahnverwalter Reinhard Ording, der ja ein echtes Sprachentalent ist, ist in diesem Bereich sehr intensiv tätig.

Können Sie denn mit den anderen Rennen der Serie mithalten?

Vogel: Das ist natürlich ein Problem der Dotierung, und da liegen wir deutlich unter den anderen Ländern. Mittelfristig wird es erforderlich sein, dass wir uns diesem Niveau anpassen.

Zurück zum Alltagsgeschäft. Aus Dortmund kamen zu Saisonbeginn ja bedrohliche Signale, was die Absage von Renntagen angeht. Wie ist die aktuelle Lage?

Vogel: Am Montag hat der Dortmunder Rennverein definitiv erklärt, dass er bis auf die beiden bereits abgesagten Renntage an Allerheiligen und Totensonntag die Wintersaison geschlossen mit uns durchzieht.

Koenemann: Das ist auch gut so. Denn das Potenzial an Pferden, die auf Sand laufen sollen, kann von einem Veranstalter allein gar nicht bewältigt werden. Wir brauchen zwei Sandbahnen in Deutschland, sonst können auch wir nicht überleben.

Für die Neusser Bahn gibt es hochfliegende Pläne, sie zu einem Sportzentrum mit Multifunktionshalle umzubauen. Wie sieht es mit der Verwirklichung aus?

Koenemann: Die sehe ich auf gutem Wege. Auf der expo real in München wurde ja schon ein interessanter und seriöser Betreiber vorgestellt. Was das geplante Bürogebäude angeht, da sind für zwei Drittel der Fläche bereits potenzielle Mieter gefunden. Und die Gespräche mit der Turngemeinde über die Einbindung ihres Vereinszentrums sind auch schon gelaufen.

Vogel: Die größten Schwierigkeiten bereitet das Globe-Theater. Das ist ja jetzt schon unser Problem, denn während des Shakespeare-Festivals können wir sechs Wochen nichts veranstalten.

Lässt sich das Globe nicht versetzen? Auf dem Gelände ist doch genügend Platz.

Koenemann: Der Platz ist nicht die Frage. Aber wenn man das Gebäude jetzt auseinandernimmt, lässt es sich nicht wieder zusammenbauen. Das Problem ist der Schallschutz, und daran lässt sich nichts machen, ohne den Charakter des Theaters zu verändern.

Vogel: Wir werden mit dem Globe leben und uns arrangieren müssen. Was die Vermarktung des Geländes im Sommer angeht, müssen wir eine für beide Seiten verträgliche Lösung anstreben. Im geplanten Sportpark könnte es zu Interessenkonflikten zwischen dem Globe einerseits sowie der Halle und dem TG-Zentrum andererseits kommen.

Für wie wahrscheinlich halten Sie denn die Realisierung eines Sportparks?

Koenemann: Im Wesentlichen ist das eine Frage der Querfinanzierung. Dass das ganz ohne die Stadt geht, von dieser Ansicht haben sich inzwischen die meisten verabschiedet. Ich spreche jetzt mal als CDU-Fraktionsvorsitzender: Bei uns, aber ich glaube, in der gesamten Politik, ist die Stimmung hopp oder top. Entweder die jetzigen Pläne werden verwirklicht oder es passiert gar nichts, eine andere Lösung sehe ich nicht.

Vogel: Und wenn gar nichts passiert, stellt das auch unsere Zukunft in Frage. Die Notwendigkeit, dass etwas passieren muss, wird, glaube ich, überall gesehen. Wir brauchen keine Arena wie in Düsseldorf, aber wenn wir so eine Halle hätten wie in Dormagen wären wir schon ein ganzes Stück weiter.

Koenemann: Was da geplant wird, sind keine Luftschlösser. Ich halte es für sehr realistisch, dass wir 2005 mit der Umsetzungsphase beginnen können.

(NGZ)