Jüchen : Pläne für Gemeinschaftsschule

An der Ganztagshauptschule in Hochneukirch fehlen Fünftklässler. Deshalb soll sie ab 2012/13 mit der Realschule als Gemeinschaftsschule kooperieren. Eine Arbeitsgruppe um Realschulrektor Georg Broens bereitet das Konzept vor.

In Jüchen werden die Weichen für die erste Gemeinschaftsschule gestellt; sie wird aus der Realschule Jüchen und der Ganztagshauptschule (GTHS) bestehen. Die Gemeindeverwaltung will im Herbst 2011 den Antrag bei der Bezirksregierung in Düsseldorf stellen. "Frühestens zum Schuljahr 2012/13 könnte die Gemeinschaftsschule starten. Aber bis dahin ist noch viel Arbeit zu leisten", sagt Georg Broens (57). Der Rektor der Realschule soll die Arbeitsgruppe für das pädagogische Konzept leiten.

Warum sich der Rat jetzt – mit Ausnahme des fraktionslosen Ratsmitglieds Heiner Lindgens, der sich seiner Stimme genthielt, – für die Teilnahme am Schulversuch ausgesprochen hat: An der Ganztagshauptschule fehlen Kinder für das nächste fünfte Schuljahr. Aktuell gibt es nur 15 Anmeldungen. "Diese Schüler werden an der Realschule aufgenommen. Wir werden statt 106 dann 121 Fünftklässler haben", erläutert Georg Broens. Perspektivisch keine optimale Situation – anders als die Chancen, die eine Gemeinschaftsschule bieten würde. "Dort bestehen die Klasse maximal aus 25 Kindern, es gibt mehr Gestaltungsmöglichkeiten", erläutert der Realschuldirektor.

Die Verwaltung will jetzt den Aufbau einer Gemeinschaftsschule vorbereiten – "auf der Basis einer möglichst breiten Übereinstimmung von den Eltern, vom Schulträger, von den Parteien und unter aktiver Beteiligung aller weiterführenden Schulen", so Gemeindesprecher Norbert Wolf. Einige Gespräche mit der Bezirksregierung wurden geführt (die NGZ berichtete). Georg Broens wird von der Bezirksregierung als Leiter berufen werden, auch Vertreter der drei weiterführenden Schulen und der Verwaltung sind dabei. "Die erste Sitzung ist vor den Osterferien geplant. Danach soll ein regelmäßiger Austausch folgen", sagt Broens.

Dass die Schullandschaft neu gestaltet werden muss, darüber war sich die Ratsmehrheit einig. "Die Gemeinschaftsschule passt zu Jüchen wie ein Maßanzug", so CDU-Fraktionschef Norbert Esser. Seine Partei habe "keinerlei ideologische Bedenken".

Georg Broens betont, dass sich vor dem Schuljahr 2012/13 "nichts ändern" werde. Im September können Eltern von Dritt- und Viertklässlern ihre Absicht erklären, ob sie ihr Kind bei einer Gemeinschaftsschule anmelden würden. Eine breite Akzeptanz ist unverzichtbar für die neuen Pläne.

(NGZ)