TSV Bayer Dormagen gegen VfR 06 Neuss: Pikante Rückkehr

TSV Bayer Dormagen gegen VfR 06 Neuss : Pikante Rückkehr

Das Match am Freitag (19.30 Uhr) zwischen dem TSV Bayer Dormagen und dem VfR 06 Neuss birgt einigen Zündstoff. Denn gleich fünf jetzt für die Grün-Weißen auflaufende Spieler kickten noch in der vergangenen Saison am Höhenberg. Von dort schieden sie im Streit.

Für Kai Pelzer gab es fußballerisch eigentlich nur den TSV Bayer Dormagen. Sicher, um ein Haar wäre der mittlerweile 26-Jährige mal zum klassenhöheren SC Kapellen gewechselt — wohl nur ein Schien- und Wadenbeinbruch verhinderte den Vertragsabschluss —, doch niemand rechnete wirklich damit, dass der dynamische Mittelfeldspieler den Höhenberg nach einem Vierteljahrhundert (!) jemals verlassen würde. Doch nach einer turbulenten Saison, während der unterm Bayer-Kreuz so ziemlich jeder im Clinch mit jedem lag, schloss sich Kai Pelzer dem großen Exodus an. Gemeinsam mit Keeper Timo Brandes, Dean Puseljic, Sascha Pelka und Kevin Scholz wechselte er im Sommer zum Neuling VfR 06 Neuss.

Und pikanterweise genau der stellt sich am Freitagabend (Anstoß 19.30 Uhr) in einer wegen des Neusser Bürger-Schützenfestes vorgezogenen Begegnung der Landesliga in Dormagen vor. Ein Duell mit Zündstoff, zumal die Grün-Weißen mit Co-Trainer Ralf Criens, Jerome van der Heusen und Marc Herzog noch drei weitere ehemalige TSV-Kicker beschäftigen. Auch der nun in der dritten Saison für Neuss tätige Trainer Jörg Ferber stand bis vor drei Jahren in Diensten des TSV. Sein ältester Sohn André spielt mit Bayers B-Junioren in der Niederrheinliga. Und trotzdem gibt sich der seit Montag 41-Jährige gelassen. "Ich bin ja schon drei Jahre weg", erklärt er, "aber für die Jungs ist das natürlich viel näher dran".

Die vielfältigen Querverbindungen zwischen beiden Klubs verleihen dem Match die nötige Würze, dürften aber keinen Einfluss auf den Spielausgang nehmen, fordert Ferber. "Dass ich wegen der Spiele meines Sohnes öfter in Dormagen bin, heißt nicht, dass wir jetzt freiwillig einen Punkt dalassen. Wir wollen natürlich gewinnen." Nach zwei gelungenen Auftritten des VfR zum Start — zu beeindrucken wusste vor allem der 5:1-Erfolg am vergangenen Sonntag über den 1. FC-Süd — zieht sich Dormagens Coach Michael Wagner gerne auf die komfortable Position des Außenseiters zurück.

"Die Mannschaft des VfR ist mit guten Fußballern gespickt", sagt er, "die haben sicherlich höhere Ansprüche. Für uns ist das ein weiterer schöner Test, um zu sehen, wo wir stehen". Weil das alles andere als nach Kampfansage klingt, schiebt der Ex-Profi, den alle nur Peppi rufen, freilich flugs hinterher: "Ganz so locker sehe ich das natürlich nicht. Gewinnen will ich schon, das ist doch klar, aber man muss realistisch bleiben. Das wird ganz schwer für uns."

Bayers durchaus ansprechende Vorstellungen gegen den VfB Hilden (1:1) und in Bösinghoven (1:2) sind indes auch an der Hammer Landstraße mit Interesse verfolgt worden. "Nicht schlecht für eine Mannschaft, die nur als Kanonenfutter gesehen wurde", findet Dean Puseljic und schließt daraus: "Die zu unterschätzen, das sollte man auf keinen Fall tun." Zudem plagen den Neuling weiterhin Personalsorgen: Niklas Fischel verdrehte sich am Dienstag im Training böse das Knie. "Bei ihm habe ich kein gutes Gefühl", so Ferber. Giovanni Demme setzt ebenfalls aus. Dafür könnte der am Kreuzband operierte Sascha Walbröhl zumindest auf die Bank zurückkehren. Puseljic und Marc Schüttler sind angeschlagen, dürften aber auflaufen.

Dormagen muss weiter auf Flitterwöchner Andreas Ebert verzichten, begrüßt aber mit Alessio Conca (kam aus Hackenbroich) und Jan Nordmann zwei Fachkräfte zurück im Kader. Beide überzeugten bei Einsätzen in der Kreisliga-A-Elf.

Im Blickpunkt Dean Puseljic

(RP)
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