Korschenbroich: Pfarrkirche St. Andreas ab ersten Advent wieder beheizt

Korschenbroich : Pfarrkirche St. Andreas ab ersten Advent wieder beheizt

145 000 Euro werden für eine neue Heizung in der Korschenbroicher Pfarrkirche investiert.

Die Korschenbroicher Pfarrkirche St. Andreas hat derzeit für viele Christen an Anziehungskraft verloren. Die Menschen vermissen trotz der ansprechenden Atmosphäre die Wärme in ihrem Gotteshaus. "Herzenswärme allein reicht eben nicht aus", sagt eine ältere Dame. Sie reibt die kalten Handflächen aneinander, während ihr Begleiter fröstelnd den Mantelkragen hochschlägt.

Rita Mielke (55) kennt das Problem. Die geschäftsführende Kirchenvorstandsvorsitzende von St. Andreas hofft auf etwas Geduld und ruft daher alle Kirchgänger auf: "Wir müssen etwas enger zusammenrücken, das stärkt das Gemeinschaftsgefühl." Doch damit nicht genug. Rita Mielke verspricht Abhilfe: "Wir bekommen eine neue Heizungsanlage. Die Firma Mahr ist bereits aktiv. Ich bin guter Dinge, dass bis zum ersten Advent alle Arbeiten abgeschlossen sein werden."

Für Michael Böckmann (45) ist der Austausch einer Kirchen-Heizung Alltagsgeschäft. Der staatlich geprüfte Techniker ist im Auftrag des Aachener Heizungsbauers Theodor Mahr unterwegs. Das Traditionsunternehmen von 1841 hat bisher mehr als 1800 Heizungsanlagen in Kirchen im In- und Ausland ausgetauscht. Selbst in der weltberühmten Wiener Hauptkirche, dem Stephansdom, waren die Experten um Michael Böckmann aktiv.

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In Korschenbroich wurde in den zurückliegenden Tagen bereits die alte Heizung freigelegt und ausgebaut. "Deshalb sind auch die Lüftungsschächte verklebt", sagt Böckmann. "Derzeit werden die Kanäle abgesaugt und gereinigt. Am Mittwoch beginnen wir mit dem Einbau der neuen Anlage." Dabei handelt es sich um eine von der Firma Mahr patentierte Technik, die nicht nur energiesparend arbeitet. Bislang strömte warme Luft durch die kompletten Kanäle unter der Pfarrkirche.

Die Restwärme wurde durch die Schächte in das Kirchenschiff gepresst. Die Luft in den Kanälen bleibt künftig kalt und wird erst vor dem Ausstoß in den Kirchenraum über einen Warmwasser-Austausch erwärmt. "Auf diese Weise geht keine Energie verloren", schwärmt Michael Böckmann von dem neuen Verfahren, das sich jederzeit auf wechselnde Außentemperaturen einstellt. Es funktioniert vollständig elektronisch. Für Böckmann ist im Kircheninneren eine dauerhafte Temperatur von 13 bis 14 Grad ideal. Dabei denkt er nicht nur an die Kirchenbesucher, sondern auch an die Holzbänke, die Wertgegenstände und vor allem an die Orgel.

Die Heizung — sie stammt aus den 50er Jahren — versagte bereits im Winter 2011 für sechs Wochen ihren Dienst. Im Frühjahr sprach sich der Kirchenvorstand für eine neue Anlage aus. Kosten: 145 000 Euro. "Dazu mussten wir das Bistum Aachen fragen", sagt Mielke. Der Zuschussantrag wurde im September vom Regionalrat genehmigt. Erfreulich: "Das Bistum beteiligt sich mit 85 000 Euro an den Kosten."

(NGZ/rl)