Altes Pfarr- und Jugendheim war marode: Pfarrhaus wächst in Windeseile

Altes Pfarr- und Jugendheim war marode : Pfarrhaus wächst in Windeseile

Von Carsten Sommerfeld Die Katholische Kirchengemeinde St. Martinus Bedburdyck klopft künftig auf Holz, aus diesem Baustoff ist nämlich das neue Pfarr- und Jugendheim.

Von Carsten Sommerfeld Die Katholische Kirchengemeinde St. Martinus Bedburdyck klopft künftig auf Holz, aus diesem Baustoff ist nämlich das neue Pfarr- und Jugendheim.

Am Montag begannen an der Grevenbroicher Straße die Arbeiten am Fertigbau auf der bereits vorhandenen Betonplatte, schon am Dienstag wurden mit dem Kran die Dachsparren eingesetzt. "Das ist ein Geschenk zum Namenstag des heiligen Martin", freut sich Dechant Ulrich Clancett, Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Über zehn Jahre lang wurde über eine Raumlösung diskutiert, nun nimmt der Bau in Windeseile Gestalt an. Seit langem war das alte Pfarr- und Jugendheim auf der anderen Straßenseite marode. Clancett spricht von "akutem Sanierungsbedarf. Außerdem war das Haus auch vom Zuschnitt nicht günstig."

Guter Rat war teuer, denn für einen Umbau fehlte genauso das Geld wie für ein neues Gebäude. Klar war, dass für die kirchlichen Gruppen und Vereine ein Pfarrheim in Bedburdyck benötigt wird. Dr. Franz Kox, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, kam auf die Idee, einen Neubau in preiswerter Fertigbauweise zu errichten. "Immer mal wieder kommen dafür Angebote ins Haus." Dr. Kox hörte sich um, ein Holzbau schien eine gute Lösung zu sein. Auch ein Standort wurde gefunden - ein Teil des Pfarrgartens: "Der Pfarrgarten wurde kaum genutzt, außerdem liegt das neue Pfarr- und Jugendheim direkt neben dem Pfarrhaus und der Kirche. Auf diese Weise schaffen wir ein zusammenhängendes Ensemble", erläutert Dechant Clancett.

Doch zunächst waren einige Hürden zu überwinden. "Es war nicht leicht, das Bistum vom Neubau zu überzeugen. Doch schließlich wurde auch dort erkannt, dass das neue Gebäude etwas für die Zukunft ist", erklärt Clancett. "Der Umbau des alten Pfarr- und Jugendhauses wäre deutlich teurer gekommen als dieser Neubau, und es wäre doch ein altes Haus geblieben", sagt Willibert Wolff, Mitglied des Kirchenvorstandes und Rendant. Der Neubau kostet 230 000 Euro. "Dafür erhalten wir ein Haus in nachhaltiger Bauweise aus nachwachsenden Rohstoffen", sieht Ulrich Clancett einen weiteren Vorteil. Doch erst einmal musste die Finanzierung gestemmt werden. "Zunächst haben wir überlegt, was wir an Platz wirklich brauchen", sagt Clancett.

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Finanziert wird der Bau durch den Verkauf des alten Pfarr- und Jugendheims sowie vorhandene Mittel der Pfarre. "Wir kommen gerade hin", meint Dr. Kox. Doch dafür ist einiges an Eigenleistung erforderlich. "Den Innenanstrich übernehmen wir selbst.", so Dr, Kox. Und auch für die Neugestaltung der Außenanlagen hofft Willibert Wolff auf Sponsoren und kräftige ehrenamtliche Unterstützung. Auch der Denkmalschutz hatte angesichts der alten Kirche mit romanischem Turm und Rokoko-Kirchenschiff ein Wort mitzureden. "Die Denkmalschutzbehörde machte uns etwa die Vorgabe, dass das Haus einen hellgrauen Anstrich erhalten muss", so Clancett.

Ende nächster Woche soll der Rohbau mit einem großen Versammlungsraum auf knapp 120 Quadratmetern Grundfläche fertig sein. Nutzen sollen ihn beispielsweise die Messdienerkreise, die Altenstube, der Kirchenchor, die Frauengruppen und der Flötenkreis. "Mitte bis Ende Januar wollen wir das Haus eröffnen", kündigt Clancett an. Allerdings muss die Pfarre nach Vorgaben des Bistums die Zahl ihrer Räume reduzieren: "Wir geben das aus den 60er Jahren stammende Jugendheim in Damm ab. Zum Glück übernimmt die Dorfgemeinschaft das Haus", führt der Dechant aus.

(NGZ)
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