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Korschenbroich: Pfarrhaus-Nutzung noch unklar

Korschenbroich : Pfarrhaus-Nutzung noch unklar

Vor dem Verfall bewahrt: Das Korschenbroicher Pfarrhaus wird in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. Über die künftige Nutzung ist noch zu entscheiden. Hierzu stehen Kirche, Caritasverband und Stadt in engem Kontakt.

Die Unterschutzstellung ist beschlossene Sache: Jetzt wartet die Katholische Kirche St. Andreas als Eigentümerin des Pfarrhauses auf den offiziellen Bescheid der Denkmalbehörde aus dem Korschenbroicher Rathaus. Das bestätigt die geschäftsführende Kirchenvorstandsvorsitzende Rita Mielke auf Anfrage.

Auch wenn dem Kirchenvorstand noch nichts Schriftliches vorliegt, ist Rita Mielke positiv gestimmt: "Durch die Eintragung in die Denkmalliste wird sich zurzeit zwar für uns nichts ändern. Doch Kirche, Caritas und Stadt sind auf einem guten Weg", fasst sie die aktuellen Kontakte für den Kirchenvorstand von St. Andreas zusammen. Der sucht seit mehr als fünf Jahren nach einer gewinnbringenden Nutzung.

Plan der Architekten entscheidend

Die Idee, der Caritasverband Mönchengladbach könnte das alte Pfarrhaus für sein Tagespflegeangebot in Kombination mit betreutem Wohnen nutzen, wird vom Kirchenvorstand vorangetrieben. "Wir warten noch auf ein überarbeitetes Konzept", räumt Mielke ein. Sie zweifelt — trotz Denkmalschutz — nicht am Erfolg: "Denkmalgeschützte Objekte müssen schließlich so behandelt werden, dass sie einer sinnvollen, wirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden können." Allerdings will sich Mielke weder zum Erhalt der Fassade noch zum kompletten Grundstück äußern: "Der Plan der Architekten ist entscheidend. Wenn er vorliegt, muss er mit den Behörden abgestimmt werden." Damit ist nicht nur die Stadt als Untere sondern auch der Landschaftsverband als Obere Denkmalsbehörde gemeint.

Mielke rechnet langfristig mit dem Verkauf des Pfarrhauses. Allerdings schließt sie eine private Nutzung rigoros aus: "Wir wollen, dass der Charakter des Kirchplatzes erhalten bleibt." Dazu gibt es einen bindenden Beschluss des Kirchenvorstandes, der Arztpraxen und Anwaltskanzleien ebenso ausschließt wie Mietwohnungen.

Für eine soziale Nutzung des Hauses macht sich Frank Polixa, Geschäftsführer der Caritas in Gladbach, stark. Er denkt an ein soziales Zentrum mit Tagespflege und Beratung. Allerdings sagt er deutlich: "Mit der Fläche des Pfarrhauses kommen wir nicht aus." Polixa spricht von einer Sanierung des Altbaus, einem Anbau und einer zusätzlichen Fläche an der Grundstücksrückfront, die er der Stadt abkaufen will: "Wichtig ist, dass Stadt und Kirche bei einer gemeinsamen Lösung mithelfen."

Bürgermeister Heinz Josef Dick ist ganz entspannt: "Wir warten jetzt auf konkrete Vorschläge von der Caritas, damit wir wissen, über was wir genau reden."

(NGZ/rl)