Gruppe „Rabenwolke“: Pfadfinder mit langjähriger Tradition

Gruppe „Rabenwolke“ : Pfadfinder mit langjähriger Tradition

Im Jahr 1930 beschlossen Johannes Hurtz und Josef Rütten, in Otzenrath einen Pfadfinderstamm ins Leben zu rufen.Schnell fanden sich zwölf weitere Interessierte und die Gruppe "Rabenwolke" entstand. Hurtz und Rütten ahnten damals nicht, welch langjährige Tradition sie mit ihrer Idee begründen würden. Am Samstag feiern die Pfadis aus Otzenrath nämlich das 75-jährige Bestehen ihres Stammes.

Bereits ein Jahr nach der Gründung schlossen sich die Aktiven der "Rabenwolke" der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) an; daran hat sich bis heute nichts geändert. 47 Otzenrather Pfadfinder sind derzeit mit der Umsiedlung und mit dem Bau eines Zeltplatzes im neuen Ort beschäftigt.

Trotz der Zusatzbelastung funktioniert die Jugendarbeit und das seit Jahren: Für die neue Wölflings-Gruppe haben sich erneut 17 Kinder angemeldet. "Unser Schwerpunkt liegt auf der Kinder- und Jugendarbeit", erklärt der Stammesvorsitzende Uwe Heyll. 15 Leiter und Betreuer kümmern sich um die Nachwuchs-Pfadfinder, von denen die jüngsten sechs Jahre alt sind.

Im Mittelpunkt steht zudem das soziale Engagement: "Wir beteiligen uns an der 'Aktion Friedenslicht' vor Weihnachten und haben es auch schon zu den Alten und Kranken im Ort gebracht", sagt Wölflingsleiterin Gabi Göbbels. Zudem werden Feldaltäre für die Fronleichnams-Prozession gebaut.

Auch in das Dorfleben sind die Pfadis eingebunden, etwa beim Karnevalsumzug. "In den Gruppenstunden wird viel gebastelt und natürlich sind wir auch oft in der Natur", erklärt Stammesvorsitzender Wolfgang Schneider. "Das macht den Kindern immer eine Menge Spaß." Wissen über Tier- und Pflanzenwelt bekommen die Pfadfinder dabei ebenso vermittelt wie die Orientierung mit dem Kompass und das richtige Entzünden eines Lagerfeuers.

Dieses Wissen können die Pfadfis dann im Lager anwenden. Regelmäßig geht's ins benachbarte Ausland zum "Intercamp", einem internationalen Pfadfinder-Lager. Erstmals 1982 organisierten die Otzenrather das "Otzencamp", zu dem rund 200 Pfadfinder aus vielen Ländern in das alte Dorf kamen. 2002 gab es das bislang letzte "Otzencamp", doch eine Neuauflage im neuen Ort ist bereits geplant. "Wir haben die Baugenehmigung für unseren neuen Zeltplatz bekommen und können nun endlich anfangen", freut sich Gabi Göbbels.

Noch müssen die Pfadfinder Gruppenräume im alten Ort nutzen. "Das ist natürlich nicht ideal", so die Wölflingsleiterin. Deshalb sollen auf dem neuen Platz auch Räume für die Gruppenstunden entstehen. Der Platz soll im kommenden Jahr benutzbar sein, doch bis er wirklich fertig ist, wird einige Zeit vergehen: "Das ist schon ein großer finanzieller Aufwand", betont Uwe Heyll.

Am Samstag feiern die Otzenrather Pfadfinder ihr Stammes-Jubiläum. Los geht es um 14 Uhr mit einem Wortgottesdienst, um 14.30 Uhr ist ein Empfang geplant. Mit dabei ist auch Josef Lenzen, Ehrenmitglied des Stammes und seit 75 Jahren aktiv. Anschließend gibt es ein Lagerfeuer. "Wir werden gemeinsam auf dem Gelände an der Jahnstraße zelten", so Heyll. Interessierte Kinder können dort in das Pfadfinderleben "hineinschnuppern". Infos unter www.dpsg-stamm-otzenrath.de.

(NGZ)
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