Friedhofsbezirke sind vom Tisch: Pescher Friedhof wird erweitert

Friedhofsbezirke sind vom Tisch : Pescher Friedhof wird erweitert

Von Ruth Wiedner Die Pescher Bürger können aufatmen: Ihr Friedhof wird erweitert. Diese Empfehlung an den Stadtrat gab Dienstag Abend der Bauausschuss einstimmig ab. Über die Form wird allerdings zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Auf dem Pescher Friedhof werden die Grabstätten knapp: Seit Dienstag Abend ist es aber amtlich, der Friedhof in Pesch bleibt erhalten und wird entsprechend erweitert. Jetzt muss die Politik nur noch über die Form entscheiden. NGZ-Foto: M. Reuter

Von Ruth Wiedner Die Pescher Bürger können aufatmen: Ihr Friedhof wird erweitert. Diese Empfehlung an den Stadtrat gab Dienstag Abend der Bauausschuss einstimmig ab. Über die Form wird allerdings zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Auf dem Pescher Friedhof werden die Grabstätten knapp: Seit Dienstag Abend ist es aber amtlich, der Friedhof in Pesch bleibt erhalten und wird entsprechend erweitert. Jetzt muss die Politik nur noch über die Form entscheiden. NGZ-Foto: M. Reuter

Seit Wochen bewegt die Pescher Bürger kaum ein Thema so sehr wie ihr Friedhof. Am Dienstag Abend nun sprach sich der Ausschuss für Bau und Verkehr - bei fünf Enthaltungen - einstimmig für die Erweiterung des Friedhofes im Korschenbroicher Stadtteil Pesch aus. Damit sind auch die von vielen gefürchteten Friedhofsbezirke vom Tisch. In welcher Form der Pescher Friedhof allerdings in Zukunft erweitert werden soll, blieb Dienstag Abend noch offen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Kosten für die möglichen Varianten zu ermitteln, damit sich das Fachgremium erneut mit der Thematik befassen kann.

Zur Beratung stehen dann die Alternativen wie Drainage zur Grundwasser-Absenkung, die herkömmliche Erdbestattung bei einer Erdanschüttung zwischen 2 bis 2,5 Metern (schrittweise Erweiterung) und die Grabhüllen-Bestattung an. "Wir haben im interfraktionellen Arbeitskreis zwei Mal getagt. Und sind zu der Erkenntnis gekommen, den Pescher Friedhof zu erhalten und deutlich zu erweitern", warb Hans-Willi Türks vor der Beschlussfassung für ein klares Votum. "Die Erweiterung ist natürlich mit enormen Kosten verbunden und hat für alle eine deutliche Gebührenerhöhung zur Folge", sprach Türks offen eine Steigerung der Friedhofsgebühren für das gesamte Stadtgebiet an.

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Diesem Vorschlag konnten auch Sabine Lufen für die Bündnisgrünen und Ulrich Menn für die UWG folgen. Anders bewertete hingegen Hans-Joachim Götze die Situation für die SPD-Fraktion. Er formulierte einen Vertagungsantrag: "Wir wollen grundsätzlich - wie alle Fraktionen - einer Erweiterung des Pescher Friedhofes zustimmen. Uns geht es nur um die beste Lösung", so Götze weiter. Götze warb dafür, erst dann zu entscheiden, wenn das Zahlenmaterial für die Lösungsvarianten von der Verwaltung vorliegen. Ein Vorstoß, den Bürgermeister Heinz Josef Dick als unbefriedigend wertete: "Wir diskutieren seit 1994/94 das Thema und haben bereits zwei Mal die Erweiterung aufgrund nicht ermittelter Kosten vertagt." Die planungsrechtliche Situation in Pesch sei nicht einfach, lenkte Dick seinen Blick auf die zu nehmenden Hürden.

"Wir sollten nicht in einen Vertagungsrhythmus verfallen und die Verwaltung handlungsunfähig machen", lautete dann auch sein Appell. "Um als Stadt tätig zu werden, brauchen wir ein deutliches Signal für den Stadtrat." Peter Drüll (Die Aktive) sprach von einer "Salami-Taktik": "Wir werden einer Erweiterung in Pesch erst dann zustimmen, wenn klar ist, nach welchen Gebühren später verfahren wird." "Die Aktive" strebt eine Grundwasser-Begrenzung an, die drei Dinge bewirkt: Eine Friedhofserweiterung auf gleichem Geländeniveau, die eine Grabhüllen-Bestattung überflüssig macht und das Grundwasser-Problem des jetzigen Friedhofs löst. Zudem merkte Rolf Schmier (Die Aktive) an: "Mit einer Grundwasser-Begrenzung könnte das allgemeine Grundwasser-Problem - zu mindest in Teilen von Pesch - beseitigt werden."

(NGZ)
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