Marianne Förster: Papa-Anekdoten in der Pipeline

Marianne Förster: Papa-Anekdoten in der Pipeline

"Wer rastet, der rostet." - Eine Volksweisheit, die für Marianne Förster keine Gültigkeit hat. Ihr Lebensmotto lautet seit Jahren "einfach nur durchstarten". Damit ist die erfolgreiche Texterin und Buchautorin stets gut gefahren. Und so denkt sie - nach einem erfolgreichen Jahr 2005 - schon wieder über neue Projekte nach.

Plant wieder einige Großprojekte für 2006: Texterin und Autorin Marianne Förster.

Fürs Frühjahr bereitet sie zurzeit ein Programm speziell für Frauen vor. "Die Planungen sind schon so gut wie abgeschlossen", erklärt Marianne Förster dann auch freudestrahlend gegenüber der NGZ. "Mehr möchte ich aber noch nicht verraten", macht sie auf kreisübergreifende Veranstaltungen mit verschiedenen Frauenvereinen neugierig. Lediglich den Hinweis auf "Mitte Februar geht's los" lässt sie sich im Gespräch mit der NGZ entlocken.

Veranstaltungen in der gesamten Region werden dann den Terminkalender von ihr füllen. Zunächst freut sie sich aber erst einmal über den großen Erfolg, den sie mit ihrem Roman "Luisa Bella" feiern darf. Dass sich ihr Erstlingswerk so großen Zuspruchs erfreuen würde, daran hatte Marianne Förster immer geglaubt. Dass die unglaubliche Lebensgeschichte der Fünf-Sterne-Frau - gewürzt mit einem Schuss "Kir Royal" - allerdings bei "allen Altersgruppen so gut ankommt", macht sie ein bisschen stolz. Mehr noch: "Das motiviert mich ungemein."

Schließlich ist der Roman nach der Vorstellung im März auf der Leipziger Buchmesse erst seit Mai - mit der offiziellen Buchpräsentation im Liedberger Landgasthaus - im Markt präsent. Marianne Förster spricht von "einer Punktlandung", lässt sie die positiven Kritiken für sich Revue passieren. Auch im neuen Jahr wird sie ihre Lesetour mit "Luisa Bella" fortsetzen, im Rhein-Kreis - aber auch NRW-weit. "Angebote gibt's genug."

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Doch drei bis vier Mal die Woche auf Tour zu gehen, ist der Glehnerin dann doch etwas viel. Das hat auch einen triftigen Grund: Marianne Förster arbeitet nicht nur an dem Frauen-Projekt. Sie sammelt Ideen für einen Nachfolgeroman und sortiert Stoff für ein "Papa"-Buch. Die urigen Begebenheiten, die sie nach dem Tod ihres damals 96-jährigen Vaters in Mundart zu Papier gebracht hat, werden von ihr zurzeit überarbeitet. "Die Geschichten wie die Sperrgut-Affäre, die schon viele in Glehn kennen, oder "Der Hörsturz" will sie für alle Leser oder Zuhörer verständlich eindeutschen. "Das sind Geschichten, direkt aus dem Leben gegriffen, in denen sich fast jeder von uns irgendwo wiederfindet."

Trocken und langweilig werden die Zusammentreffen von Tochter und Papa nie. Marianne Förster versteht es, mit der ihr eigenen Art, alles in die entsprechenden Worte zu kleiden. Zudem nimmt sie es mit der "Übersetzung" nicht ganz so genau. Sie hat sich bei dieser Arbeit fürs so genannte Adenauer-Deutsch entschieden. ,Watt' und ,datt' darf in den von ihr liebevoll zusammengestellten Texten ruhig vorkommen: "Es macht das Erlebte lebendiger und menschlicher", spricht sie die von ihr neu gewählte Form der Sprache an. Ganz der Hochsprache verbunden bleibt sie aber bei Luisa Bellas Folgeroman.

"Doch dafür lasse ich mir noch etwas Zeit. Ich möchte den Erfolg mit meiner Romanheldin Lu zuerst noch etwas auskosten", gibt sie offen zu. Eines hat sich die Autorin aber fest vorgenommen, die vor 20 Jahren mit Kinderbüchern ihre ersten Gehversuche machte und zeitgleich sehr erfolgreich mit Texten für den größten Grußkartenverlag Deutschlands durchstartete: "Zu viele Baustellen will ich nicht aufmachen, sonst leidet die Qualität." Und genau das möchte die Glehnerin nicht. Auch will sie sich selbst nicht unter Druck setzen: "Der Spaßfaktor spielt beim Schreiben eine große Rolle. Die Dinge müssen einfach raus, sie fließen aufs Papier."

Und so ist es keine Seltenheit, dass sie zwischen Einkauf und Tanken ihr kleines Notizblöckchen zückt und ihre aktuellen Gedanken stichwortartig festhält, bevor sie dann manches Mal erst Wochen später an der kleinen Reiseschreibmaschine zu einem druckreifen Ganzen formuliert werden. Dies gilt für ihre einfühlsamen Grußkartentexte ebenso wie für die einzelnen Lebensschritte von Freundin Lu, die vielen Anekdoten mit Papa oder für ihre Gedanken zur Weihnacht.

(NGZ)