Jüchen : Panzergranaten im Bunker entdeckt

Archäologen haben in einem alten Bunker in Alt-Spenrath große Munitionsmengen aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Experten bargen in einem ersten Schritt 88 Panzergranaten. Wann die restlichen Kampfmittel entsorgt werden, steht noch nicht fest.

alt-spenrath Ende Juli bestätigte sich die Vermutung, dass sich ein unterirdischer Bunker auf dem ehemaligen Areal von Landwirt Willi Mohren in Alt-Spenrath befindet. Für den Archäologen Dr. Alfred Schuler und sein Grabungsteam stand der Entschluss fest: "Dieses Bauwerk sollten wir Interessierten am Tag der Archäologie nicht vorenthalten — als Überraschung." Schließlich würde dies die jüngere Geschichte des Ortes abrunden.

Bei Ausgrabungen entdeckten Archäologen in Alt-Spenrath einen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. In dem unterirdischen Schutzraum befanden sich große Mengen an Munition, die zum Teil geborgen wurden. Zwischenzeitlich wurde der Bunker wieder zugeschüttet. Foto: Karin Verhoeven-Meurer

Bereits Anfang August gab es die Anordnung, den Bunker für den Aktionstag am 25. August freizulegen. Aber es sollte anders kommen. Jupp Lenzen vom Archäologen-Team hatte einen Blick in den Bunker geworfen und daraufhin sofort RWE Power alarmiert. Denn er hatte darin Panzergranaten und Munition in größeren Mengen entdeckt.

Zuvor hatte zwar ein Minensuchtrupp das Gelände abgesucht, doch keine Rückstände aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. "Das ist immer dann schwierig, wenn es sich um dicke Betonwände handelt, die mit Eisenträgern oder Eisengittern verarbeitet wurden", sagt Günter Plonczynski, Leiter der Abteilung Bergbau bei RWE Power. Er verständigte den Kampfmittelräumdienst in Düsseldorf. Truppführer Hellmut Bauer rückte mit seinem Team an und beförderte zunächst 88 Panzergranaten ans Tageslicht. Im Detail ist derzeit noch unklar, wie viele scharfe Granaten und Munition sich noch im Bunker und in dessen unmittelbarer Umgebung befinden würden. "Der Kampfmittelräumdienst hat nun eine Ausschreibung für die Entschärfung der Munition herausgegeben", sagt Günter Plonczynski.

Wann die restliche Munition geborgen wird, steht derzeit noch nicht fest. Zunächst wurde das Bunkerareal zur Sicherheit zugeschüttet, durch einen großen Graben abgesichert und für Unbefugte gesperrt. Günter Plonczynski vermutet: "Es würde möglicherweise Sinn machen, wenn der Bunker mitsamt der übrig gebliebenen Munition gesprengt würde." Denn sogar der Braunkohlenbagger wäre gefährdet.

(NGZ/ac)
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