Leichtathletik : Ottos WM-Norm aberkannt

Weil das Stabhochsprung-Meeting in Landau nicht den Regeln entsprach, werden die dort erzielten Leistungen nicht anerkannt. Leidtragender ist Björn Otto – der Dormagener steht jetzt ohne Norm für die Leichtathletik-WM da

Weil das Stabhochsprung-Meeting in Landau nicht den Regeln entsprach, werden die dort erzielten Leistungen nicht anerkannt. Leidtragender ist Björn Otto — der Dormagener steht jetzt ohne Norm für die Leichtathletik-WM da

Pech für Björn Otto: Weil die Ergebnisse des Stabhochsprung-Meetings in Landau am Dienstag vergangener Woche vom Leichtathletik-Weltverband (IAAF) und inzwischen auch vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nicht anerkannt werden, steht der Stabhochspringer im Trikot des TSV Bayer Dormagen vier Tage vor Ablauf der Meldefrist für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September) ohne gültige WM-Norm da.

Otto (33), der in Landau im regulären Wettkampf ebenso wie sein Vereinskollege Karsten Dilla den Nominierungs-Richtwert von 5,72 Meter übersprungen und sich im anschließenden Stechen um den Sieg sogar über 5,80 Meter katapultiert hatte, hat noch eine Chance, die Norm nachzureichen: am Samstag (Stabhochsprung ab 15.30 Uhr) beim DLV-Testwettkampf in Mannheim.

Dort bittet der Verband seine bereits für Daegu nominierten Athleten — insgesamt 64, darunter in Malte Mohr (München) und Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) auch zwei Stabhochspringer — zur Formüberprüfung, bietet aber auch allen anderen die (letzte) Gelegenheit, die WM-Norm zu übertreffen. Im Anschluss an das Meeting soll dann das endgültige Team für Daegu bekannt gegeben werden.

Im Moment besitzt Karsten Dilla die besten Karten im Kampf um das dritte Ticket nach Südkorea: Der 22 jahre alte U23-Vizeeuropameister hatte drei Tage nach den Deutschen Meisterschaften, bei denen er Platz drei belegte, bei seinem Siegessprung im pfälzischen Jockgrimm die WM-Norm von 5,72 Meter übersprungen. Im Gegensatz zum Meeting im benachbarten Landau hatten weder die IAAF noch der nationale Verband etwas an den dort erzielten Höhen auszusetzen.

In Landau hingegen, so berichtet das Fachblatt "Leichtathletik" in seiner gestrigen Ausgabe, war der eigens für das Meeting verlegte Anlaufsteg "nicht mit der verlangten Lasermessung auf Gefälle geprüft worden. Das kam heraus, nachdem die IAAF eine offizielle Prüfungsanfrage an die Wettkampforganisation des DLV gestellt hatte." Nach einer sechs Jahre alten Regel muss bei so genannten "Marktplatzspringen" der Anlaufsteg fest im Boden verankert sein und darf kein Gefälle aufweisen, was mit einer Lasermessung nachgewiesen werden muss. Davon abgesehen, war das Sportfest in Landau nicht über den zuständigen Landesverband beim DLV angemeldet worden.

Den Verband trifft daher keine Schuld. Ganz im Gegensatz zum Fall der Geherin Sabine Krantz. Die Wattenscheiderin hatte bei ihrem Titelgewinn bei den Deutschen Meisterschaften über 20 Kilometer die WM-Norm erreicht, doch der DLV hatte es versäumt, die Veranstaltung rechtzeitig bei der IAAF anzumelden. Sabine Krantz muss zu Hause bleiben — Björn Otto wahrscheinlich auch.

(NGZ)