Erste Saisonsieg für die Elephants: Oscar für Elephants

Erste Saisonsieg für die Elephants : Oscar für Elephants

Von Dirk Sitterle

Von Dirk Sitterle

Jaaaa…! Endlich ist er da der erste Saisonsieg für die Elephants Grevenbroich. Und wieder war der Auftritt des Basketball-Zweitligisten absolut oscarreif. Nach einem echten Krimi vor rund 900 vollkommen entrückten Zuschauern schlugen die Hausherren die Bremen Roosters hauchdünn mit 90:88 (82:82/44:47) - natürlich erst in der Verlängerung, darunter machen es die Mannen von Trainer Raphael Wilder in dieser Saison offenbar nicht. Aller guten Dingen sind eben doch drei.

Sorgten für eine mitreißende Show im brodelnden Elephants-Dome: René Lehnigk, André Bade und Jörg Rottgardt (von links), der mit den Grevenbroicher Basketballern gegen Bremen in der Verlängerung endlich den ersten Saisonsieg landete.

NGZ-Foto: H. Jazyk

Was gegen Bremerhaven und Paderborn noch in tiefer Agonie endete, sorgte am Samstag für Jubelstürme. Wilder wusste hinterher gar nicht mehr, für wen sein Herz mehr schlagen sollte. Für die wieder mal famosen "Elefan(t)s" auf den Rängen: "Ihr seit wirklich fantastisch", oder für seine Mannschaft auf dem vom Schweiß durchtränkten Parkett: "Ihre Moral ist einmalig, unglaublich, dass sie die dritte Verlängerung hintereinander so angegangen ist".

Ein Abend der großen Gefühle, dem Bremens sympathischer Coach Ingo Enskat abrundete. In der Pressekonferenz gestand er: "Ich gönne keiner Mannschaft in der 2. Liga diesen Sieg mehr als Grevenbroich. Ich bin immer gerne hier." Bis das erste Erfolgserlebnis der Elephants seit dem Aufstieg über einen der Großen unter Dach und Fach war, schickte das Team seine Fans allerdings erneut durch ein Wechselbad der Gefühle.

Ihren ersten Höhepunkt hatte die enge Partie, in der sich weder Grevenbroich (höchste Führung beim 17:12/7.) noch Bremen (40:33/15.) deutlicher abzusetzen vermochten, in der Schlussphase der regulären Spielzeit. In der verspielten die Gastgeber zunächst mal wieder einen Vorsprung (76:71/37.). Genau eine Minute vor dem Ende brachte Jugend-Nationalspieler Philip Zwiener die Roosters auf 77:78 heran. Auf der anderen Seite - noch waren 40 Sekunden zu spielen - vergab der eigentlich gute Whitney Harris wie schon gegen Bremerhaven in einer ganz entscheidenden Phase zwei Freiwürfe, so dass Marlone Jackson Bremen mit 79:78 nach vorne werfen konnte.

Jackson war es auch, der nach dem 80:79 von John Bynum (markierte neun der letzten elf Punkte der Elephants) zum 81:80 traf, dabei gefoult wurde und mit nur noch 4,5 Sekunden auf der Spieluhr auch seinen Bonus-Freiwurf zum 82:80 ins Netz bugsierte. Aber dieses Mal kamen die Elefanten zurück. Bynum stürmte nach vorne, setzte den Ball im ersten Versuch nur an den Ring, sicherte sich aber den Rebound und tippte das Leder mit der Schluss-Sirene zum Ausgleich in den Korb.

Im Gegensatz zu den beiden vorausgegangenen Spielen, als ihnen bereits sicher geglaubte Siege in allerletzter Sekunde noch durch die Finger glitten, hatten die Elephants dieses Mal das psychologische Momentum also auf ihrer Seite. Schnelle Punkte von Sven Klesper und Matthias Wojdyla zum 86:82 (2.) schienen dies zu bestätigen. Aber dann entwickelte sich die Auseinandersetzung zum reinen Nervenspiel. In der Folgezeit standen die Gastgeber insgesamt zehn Mal an der Freiwurflinie, trafen jedoch nur zwei Mal (Bynum 2/0, Klesper 4/0, Wojdyla 4/2).

Glücklicherweise für Grevenbroich zitterte auch den Roosters das Händchen. Ausgerechnet ihr Bester, Routinier André Bade, der per Dreier aus gut acht Metern Entfernung wieder auf 87:88 (4.) verkürzte, nutzte von der Linie nur drei seiner sechs Versuche. Damit gingen die Elephants mit einer Zwei-Punkte-Führung (90:88) in die letzten 23,3 Sekunden. Sowohl Jan Rinck als auch Marlone Jackson verfehlten für Bremen, nach einem wahren Tohuwabohu unter dem Grevenbroicher Brett, fischte sich Klesper schließlich den Ball.

Dass er kurz darauf bei einer verbleibenden Spielzeit von nur 0,7 Sekunden seine Freiwürfe vergab, ging schon im Jubel der erleichterten Zuschauer völlig unter. Raphael Wilder indes lag die miserable Freiwurfquote (nur 33 Prozent) schon im Magen. "Zehn von 30 ist katastrophal, normalerweise verlierst du damit." Auch Bynum (9/1) patzte, war ansonsten aber mit 39 Punkten (Wurfquote von 61 Prozent !) die spielbestimmende Figur.

(NGZ)
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