Jüchen : Ortszentren mit Problemen

Die Gemeinde will erstmals ein Einzelhandelskonzept in Auftrag geben. Darin wird es um die Probleme in den drei Siedlungsschwerpunkten Jüchen, Bedburdyck/Gierath und Hochneukirch gehen. Was sich die Händler versprechen.

Was viele Nachbarkommunen bereits haben, will Jüchen jetzt auch: ein Einzelhandelsstandortkonzept. Nach einer Ist-Analyse und der Definition von Siedlungsschwerpunkten werden darin mögliche Standorte für künftige Unternehmen festgelegt. Wichtig ist etwa die Differenzierung von zentrenrelevanten und nichtzentrenrelevantem Handel. "Das Konzept soll die Zentren Jüchen, Bedburdyck/Gierath und Hochneukirch/Holz als Einzelhandelsstandorte stärken", erläutert Wirtschaftsförderer Norbert Wolf als langfristige Perspektive. Davon würden Verbraucher und Einzelhändler profitieren. Derzeit steht noch die Genehmigung der Finanzaufsicht des Kreises aus, dann will die Gemeinde den Auftrag für das Konzept erteilen.

Als Flächengemeinde verfügt Jüchen über drei Siedlungsschwerpunkte: Jüchen, Bedburdyck/Gierath und Hochneukirch/Holz – jeder von ihnen mit unterschiedlichen Herausforderungen für die Zukunft.

Beispiel Jüchen Hier konzentriert sich der Einzelhandel um den Markt sowie an der Neusser- und Odenkirchener Straße. Die Merkmale hier: teilweise schmale Häuser mit kleinen Schaufensterflächen, Eingänge, die nur über Treppen zu erreichen sind und wenig Parkplätze. Deshalb wird etwa die Odenkirchener Straße oft von Kunden zugeparkt. Die Folge: Der Verkehr kann sich bis über den Kreisel hinaus stauen. Diesen Mangel hat auch die Jüchener FDP erkannt: Sie beantragt ein Park- und Halteverbot für die Odenkirchener Straße.

Beispiel Bedburdyck/Gierath In diesem Bereich soll sich die Einkaufssituation verbessern, wenn auf dem Gelände des alten Sportplatzes ein Discounter eröffnet – möglich ist dies erst, wenn ab 2014 ein alter Strommast von RWE abgerissen wurde. In Bedburdyck und Stessen finden sich kleinere Geschäfte wie Blumenladen, Kiosk, Friseur, eine Gaststätte und die Sparkasse. Bernd Kallen, Vorsitzender des Gewerberings Bedburdyck, erhofft sich von dem Einzelhandelskonzept Unterstützung für die Händler. Eine zentrale Steuerung könne verhindern, dass sich konkurrierende Geschäfte in dem schwierigen Umfeld gegenseitig verdrängen. Für die Anwohner in Bedburdyck erhofft sich Kallen, dass wieder mehr Waren in Gehnähe zu bekommen sind. "Das Angebot ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen."

Beispiel Hochneukirch Rund um Hochstraße und Kirche verwaisen die Läden. Dies will Hans Ludwig Hoffmann mit der Wiedereröffnung des seit langem leerstehenden früheren Rewe-Markt ändern: Die Eröffnung ist im März geplant.

(NGZ)