Korschenbroich : Orgelwoche mit neuem Chef

Die Internationale Orgelwoche geht in die 34. Runde. Neu ist der Termin: Er wurde von September auf den Monat März vorgezogen. Und mit Heinz-Peter Kortmann gibt es auch einen neuen künstlerischen Leiter.

Dass es sich bei der Internationalen Orgelwoche mit Wettbewerb um eine hochkarätige Veranstaltung handelt, unterstreicht nicht nur der Bekanntheitsgrad der viel gefeierten Organisten. Auch die Zahl der Wiederholungen macht den Stellenwert in der Szene deutlich. Mit einem Frühjahrs-Event wollen die Orgelfreunde, die Stadt und die St.-Andreas-Kirche die Konzertbesucher auf einen neuen Termin einstimmen. Das Veranstalter-Trio wird dem Publikum mit Heinz-Peter Kortmann (42) auch einen neuen künstlerischen Leiter präsentieren.

Kortmann tritt die Nachfolge von Henning Dembski (40) an, der sich für ein Leben im Kloster entschieden hat. Da er im vergangenen Herbst noch nicht absehen konnte, wie lange er seinen Dienst als Kantor in der Gemeinschaft der katholischen Kirchengemeinde (GdG) Korschenbroich verrichten würde, suchte Dembski vorausschauend mit Heinz-Peter Kortmann seinen Nachfolger selbst aus.

Für den 42 Jahre alten Kirchenmusiker war das eine "große Ehre".

"Ich habe spontan zugesagt", erinnert sich Heinz-Peter Kortmann im Gespräch mit der NGZ. "Eine derartige Herausforderung ist wie ein Geschenk." Der Experte aus Krefeld, dort als Kantor an St. Josef tätigt, kennt die Szene bestens. Und er weiß schon lange um die Bedeutung der Internationalen Orgelwoche. "Die Korschenbroicher können auf ihre Orgelszene stolz sein."

Eine Feststellung Kortmanns, die für ihn Freude und Verpflichtung ist: "Es ist schon spannend, einer Jury vorzustehen, die sich nur aus weltweit bekannten Organisten zusammensetzt." Und so wird er von Ben van Oosten (Den Haag) Wolfgang Rübsam (Chicago) und Wolfgang Seifen (Berlin) unterstützt. Zudem werden alle vier Juroren mit Konzerten vom 20. bis 27. März in der Andreas-Kirche an der renovierten Orgel zu hören sein. Auch die Endprüfung am 26. März ist wieder öffentlich.

Insgesamt werden 14 Bewerber aus neun Ländern – von China bis Japan über Italien bis hin zu Russland und Polen – vertreten sein. 29 Musiker hatten ihre Bewerbungsunterlagen bei Johannes Gippert, Vorsitzender des Freundeskreises für Orgelmusik, eingereicht. Die erste entscheidende Aufgabe von Heinz-Peter Kortmann war es dann auch, die Auswahl zu treffen. "Es war nicht leicht", gesteht er dann auch. Und weil das Bewerber-Niveau so hoch angesiedelt war, entschied sich der Freundeskreis, statt zwölf nun 14 junge Organisten zum Wettbewerb zuzulassen.

Der Kartenverkauf startet Montag. "Wir nehmen im Kulturamt aber schon Reservierungen entgegen", sagt Manfred Baum (46). Seine Prognose: "Der neue Termin wird sich positiv auf die Zahl der Konzertbesucher auswirken." Frieren muss auch keiner – die Kirche wird während der Konzerte beheizt.

(NGZ)