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Olympia-Qualifikation im Turnen: Das Ziel für Sarah Voss heißt Tokio

Turnen : Das Ziel für Sarah Voss heißt Tokio

Am Samstag steht für die deutschen Gerätturnerinnen in München die zweite und letzte Qualifikation für Olympia an. In der bayerischen Hauptstadt werden vier Tickets für Tokio vergeben. Eines davon soll an Sarah Voss aus Rheinfeld gehen.

Am Donnerstagmorgen um 8 Uhr stand Sarah Voss in der Trainingshalle. „Schon ein bisschen früh“, stellte selbst die so zielstrebige 21-Jährige fest. Aber sie wollte die letzte Übungseinheit am Rhein vor der dem entscheidenden Qualifikationsmehrkampf gerne mit ihrer Trainingsgruppe am Turnzentrum der Deutschen Sporthochschule in Köln absolvieren. Und weil ihre jüngeren Vereinskolleginnen noch zur Schule gehen, fiel das Ausschlafen eben aus. Kein Problem für die geborene Teamplayerin.

Indes: In der Olympiahalle kämpft erstmal jede Turnerin für sich. Nach den am vergangenen Wochenende im Rahmen der Finals 2021 Berlin/Rhein-Ruhr ausgetragenen Deutschen Meisterschaften in Dortmund hat Bundestrainerin Ulla Koch zehn Kandidatinnen für den Showdown an der Isar nominiert. Nur vier starten in Japan, eine weitere schlüpft in die undankbare Rolle der Ersatzfrau. In die Entscheidung fließen die in Dortmund und München erzielten Ergebnisse ein, wobei am Samstag ausschließlich der Mehrkampf im Fokus steht. Den hatte Sarah Voss in der Westfalenhalle auf Rang drei abgeschlossen. Dazu kamen DM-Titel im Sprung und auf dem Schwebebalken sowie Platz zwei am Boden. Keine so ganz schlechte Empfehlung. Trotzdem ist die Dormagenerin auf der Hut. „Da ist schon viel Rechnerei dabei.“

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Ihre ganz persönliche Einschätzung: Die Stuttgarterin Elisabeth Seitz, seit der DM in Dortmund mit 23 Titeln alleinige Rekordhalterin, „wird es schaffen. Sie ist die Beständigste von uns.“ Auch die nach langer Pause zurückgekehrte Pauline Schäfer (KTV Chemnitz) habe sehr gute Chancen. Nach den Berechnungen der Bundestrainerin erfüllte die Weltmeisterin von 2017 in Dortmund mit ihren 13,95 Punkten am Schwebebalken als einzige deutsche Starterin die Norm für das Erreichen eines Einzelfinals bei den Olympischen Spielen. Auf der Rechnung hat Sarah Voss natürlich auch die erfahrene Kim Bui (MTV Stuttgart). „Wir vier sind schon sehr, sehr stark“, sagt die 21-Jährige selbstbewusst, will aber auch den mit guter Perspektive ausgestatteten Nachwuchs nicht ausschließen.

Wer tatsächlich in Japan dabei ist, soll am Sonntag ab 14 Uhr in einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden.

 Die Mission beginnt für Sarah Voss am Freitag um 7.15 Uhr, wenn sie in Dormagen in den Zug nach München steigt. In Köln trifft sie ihre Heimtrainerinnen Shanna Poljakova und Yefjenya Shalin, die von Ulla Koch ebenfalls nominierte Aiyu Zhu sowie Amalia Preuß-Neudorf (13), Florine Seifner (14) und Salina Bousmayo (15/alle TZ DSHS Köln), die sich im Vorfeld der Olympia-Qualifikationswettkämpfe mit dem deutschen U15-Nachwuchs in einem Länderkampf mit Frankreich messen. „Ich fühle mich für die drei verantwortlich“, sagt sie.

Die lange Zugfahrt, auf die noch am Freitag ein Training in der Olympiahalle folgt, möchte die Deutsche Mehrkampfmeisterin von 2019 nutzen, um „noch ein bisschen Schlaf nachzuholen“ und was fürs Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Management an der SRH Fernhochschule in Riedlingen zu tun. Am Samstag gegen 11.30 Uhr stehen die während der Corona-Pandemie obligatorischen Schnelltests auf dem Programm, der Wettbewerb der Frauen beginnt um 13.30 Uhr. Voss: „Und danach können wir nur noch abwarten.“ Ihr Nervenkostüm sei aber stabil, beruhigt sie. „Eine Grundnervosität ist dabei, das leugne ich keinesfalls. Aber ich bin gut vorbereitet und freue mich auf den Wettkampf.“

Übertragung Video-Livestream am Samstag aus dem DTB TV Studio in der Olympiahalle München mit der entscheidenden Olympia-Qualifikation. Frauen: 13.30 bis 15.45 Uhr; Männer: 17.30 bis 20.45 Uhr.