Jüchen : Offensive für bessere Bahnhöfe

Die Jüchener Bahnhöfe sollen modernisiert werden – dafür hat Bürgermeister Harald Zillikens eine Brief-Offensive gestartet: Er bittet Minister, Bundes- und Landespolitiker sowie DB-Chef Rüdiger Gruber um Unterstützung.

Die Jüchener Bahnhöfe sollen modernisiert werden — dafür hat Bürgermeister Harald Zillikens eine Brief-Offensive gestartet: Er bittet Minister, Bundes- und Landespolitiker sowie DB-Chef Rüdiger Gruber um Unterstützung.

Der Zugang zum Bahnhof Jüchen: voller Graffiti und laut Bürgermeister ein "Angstpunkt". Auch in Hochneukirch ist der Bahnhof nicht barrierefrei. Foto: Berns/Archiv

In der Nachbarstadt Grevenbroich wird der Bahnhof derzeit für 300 000 Euro neu gestaltet und "aufgefrischt". Auch die beiden Bahnhöfe in der Gemeinde Jüchen hätten eine Modernisierung dringend nötig — beide Stationen sind zudem nicht barrierefrei. "Die Bahnhofs-Unterführungen sind verschmutzt, mit Graffiti verschmiert — und es stinkt", erklärt Bürgermeister Harald Zillikens. "Das sind abends ,Angstpunkte', wo man ungern her geht. Die Bahnhöfe sind weder für die Deutsche Bahn noch für die Gemeinde ein Aushängeschild."

Er macht bei dem Thema jetzt Dampf: Mit etlichen Schreiben hat sich der Verwaltungschef an DB-Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Gruber gewandt, an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, Landesverkehrsminister Michael Groschek, die für Jüchen zuständigen Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie an Landrat Hans -Jürgen Petrauschke als Vorsitzender des Regionalrats. "Ich suche auf allen Ebenen Unterstützer. Ich erwarte von unseren Abgeordneten, dass sie sich für unsere Forderung einsetzen", erklärt Zillikens.

Besonders im Blick hat der Bürgermeister den Bahnhof Hochneukirch. Der Mittelbahnsteig ist nur über Treppen zu erreichen, auch der Einstieg in den Zug ist nicht barrierefrei. Als Umbau-Termine waren früher bereits 2013 oder 2014 genannt worden. Wie die DB kürzlich erklärte, sind "aktuell keine Investitionen am Bahnhof Hochneukirch geplant" — die seien erst ab 2017 möglich. Damit ist Zillikens aber nicht zufrieden. "Wir möchten einen konkreten Zeithorizont — und einen früheren Umbautermin."

Schließlich habe die Gemeinde am Bahnhof bereits mit Zuschüssen einen Park-and-Ride-Platz geschaffen. Jetzt muss der zweite Bauabschnitt, der barrierefreie Zugang zum Bahnhof mit Aufzug oder Rampe, folgen", so Zillikens. "Dafür ist aber entscheidend, dass die Deutsche Bahn den Bahnsteig barrierefrei umbaut. Wir sind in Vorleistung getreten, nun muss die DB folgen." Zillikens befürchtet, dass die Gemeinde sonst Zuschüsse für den Park-and-Ride-Platz zurückzahlen muss. Außerdem weist er darauf hin, dass am Bahnhof gerade 50 barrierefreie Wohnungen für Senioren errichtet worden seien.

Einige Angeschriebene haben bereits reagiert: Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling sowie Kreisverkehrspolitiker Christian Will "haben Gesprächstermine vereinbart", erklärt Harald Zillikens.

(NGZ/rl)