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Fußball: Oberliga setzt englische Woche fort

Fußball : Oberliga setzt englische Woche fort

Im zweiten von drei Ligaspielen binnen sieben Tagen müssen die beiden Fußballteams aus dem Rhein-Kreis heute Abend auswärts ran: Der SC Kapellen ist beim VfL Rhede zu Gast, der SV Uedesheim kickt bei den Sportfreunden Hamborn, Ex-Klub von Trainer Ingmar Putz.

Es gibt sicherlich Angenehmeres als an einem Mittwochabend von Grevenbroich nach Rhede zu fahren, um dort im direkt an der "B 67" gelegenen Sportpark ein Meisterschaftsspiel der Fußball-Oberliga auszutragen. Doch genau das muss der SC Kapellen heute tun. Und so machen sich die Erftstädter um 17 Uhr auf die gut 120 Kilometer lange Fahrt mitten durch den Berufsverkehr, in der Hoffnung, pünktlich zum Anstoß um 20 Uhr spielbereit zu sein.

"Wir wollten das Spiel auf den 14. Oktober verlegen, aber das hat Rhede abgelehnt", sagt Hans-Josef Becker aus der sportlichen Leitung des SCK. Und so fehlt heute verletzungsbedingt nicht nur die halbe Mannschaft, sondern — zumindest zu Beginn — wohl auch Trainer Markus Anfang, der erst am Abend seinen Arbeitstag als "Fußballlehrer-Azubi" an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln beendet. Noch schlimmer träfe die Gäste freilich der Ausfall von Stephan Wanneck. Die Fachkraft auf der linken Außenbahn war am Sonntag beim 0:0 gegen Wülfrath ohne gegnerische Einwirkung umgeknickt. Den dick angeschwollenen Knöchel ließ er gestern von Sportarzt Dr. Alois Teuber begutachten. "Er wird wohl ausfallen", befürchtet Becker. In den Kader zurück kehren darum auf jeden Fall die zuletzt in der Bezirksliga-Vertretung eingesetzten Berkant Jumerovski und Thivi Pharathithasan. Wannecks Posten in der Viererkette könnte der ansonsten offensiver ausgerichtete Robert Niestroj übernehmen.

Für Uedesheims Trainer Ingmar Putz wird das Match heute Abend (19.30 Uhr) im Stadion "Im Holtkamp" an der Westerwaldstraße in Duisburg bei den Sportfreunden Hamborn 07 derweil zu einer Reise in die eigene Vergangenheit. "Ich war da als junger und später auch als alter Spieler", erinnert sich der ehemalige Profi. In seinen drei Jahren als Trainer schaffte er mit Hamborn jeweils den Klassenverbleib in der Verbandsliga. Trotzdem habe ihn das Umfeld im Gegensatz zum Vorstand ("Mit dem bin ich immer super klargekommen.") lieber von hinten gesehen: "Ich hatte andere Vorstellungen. Ich wollte Hamborn wieder zur Nummer zwei in Duisburg machen." Und mit seinen Ideen könne er nicht so ganz falsch gelegen haben, findet er rückblickend, schließlich sei der Verein nach seiner Ablösung bis in die Bezirksliga abgestiegen.

Dass die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte für ihn zu einer emotionalen Angelegenheit wird, möchte er gar nicht verhehlen. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass sei für mich kein besonderes Spiel — auch wenn es da ebenfalls nur drei Punkte zu gewinnen gibt." Die aber will Putz unbedingt haben, "damit könnten wir uns nach unten hin wieder etwas mehr Luft verschaffen". Helfen soll dabei auch wieder Abwehrmann Adnan Hotic. Zur am Sonntag in Hönnepel erlittenen Platzwunde am Kopf gesellt sich nun zwar auch noch ein dickes Auge, doch Putz geht davon aus, "dass er seinen Schädel trotzdem hinhalten wird". Zudem rechnet er in Hamborn mit gut 100 Fans aus Uedesheim.

(NGZ)