Erdbeben von 2008: Nur wenige Bergschäden festgestellt

Erdbeben von 2008 : Nur wenige Bergschäden festgestellt

Jüchen (S.M.) Eine Entscheidung ist im Rat zwar noch nicht gefallen: Nach der zum Teil heftigen Diskussion um aus dem Erdbeben vom Dezember 2008 zu ziehenden Konsequenzen scheint es jedoch recht wahrscheinlich zu sein, dass die Gemeinde wieder dem Verband bergbaugeschädigter Haus- und Grundeigentümer beitreten könnte, dem sie von 1987 bis 2004 schon einmal angehört hatte.

Jüchen (S.M.) Eine Entscheidung ist im Rat zwar noch nicht gefallen: Nach der zum Teil heftigen Diskussion um aus dem Erdbeben vom Dezember 2008 zu ziehenden Konsequenzen scheint es jedoch recht wahrscheinlich zu sein, dass die Gemeinde wieder dem Verband bergbaugeschädigter Haus- und Grundeigentümer beitreten könnte, dem sie von 1987 bis 2004 schon einmal angehört hatte.

Diesen Austritt vorgeworfen hatte ihr zunächst der FWG-Fraktionsvorsitzende Gerolf Hommel: Hierdurch sei betroffenen Bürgern möglicher Rechtsschutz genommen worden, ihre Situation noch schwieriger geworden, so Hommel. Nicht nur wegen seiner These, vielen Bürgern brächen "die Häuser unter dem Hintern weg" musste er heftige Kritik der CDU einstecken, der diese Darstellung, gelinde gesagt, allzu übertrieben vorkommt.

Zu Hommels Feststellung, auch Gemeindeeigentum sei von Bergschäden betroffen, bat CDU-Fraktionschef Norbert Esser Bürgermeisterin Margarete Kranz um Aufklärung: Die Rathauschefin musste passen, ihr ist kein einziger Fall bekannt, in dem kommunale Gebäude von Bergschäden betroffen wären.

Ungeachtet seines Austrittsvorwurfs ist Hommel nicht übermäßig begeistert von dem Verband "Verdächtig" ist nach Hommels Worten, "dass RWE den Verband empfiehlt" - was ihm aus den Reihen der CDU prompt den Vorwurf der "Unterstellung" eintrug. Der FWG-Fraktionschef berief sich dabei auf Rechtsanwalt Heinrich Spelthahn: Der frühere Jüchener Gemeindedirektor vertrete die Auffassung, dass "alle wesentlichen Erfolge der vergangenen Jahre gegen die Feststellungen dieses Verbands getroffen worden sind", so Hommel.

Geht es um die Feststellung, dass Häuser tatsächlich durch den Bergbau geschädigt worden sind, war der Verband im Bereich Jüchen nachweislich in der Tat eher zurückhaltend, wie Werner Hüsselmann (CDU) und der Umsiedlungsbeauftragte Heinz Kunze berichteten. Hüsselmann zufolge handelt es sich bei "80 bis 90 Prozent" der untersuchten Fälle nun einmal um "normale Schäden und nicht um Bergbauschäden."

Mehr lesen Sie am Samstag, 28. Februar, in der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.

(NGZ)
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