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Jüchen: Nur in Jüchen mehr Verletzte bei Unfällen

Jüchen : Nur in Jüchen mehr Verletzte bei Unfällen

Im gesamten Kreis-Gebiet sinkt die Zahl der Verletzten nach Unfällen – Ausnahme Jüchen. Im ersten Halbjahr 2013 wurden 13 Menschen schwer verletzt, im ersten Halbjahr 2012 waren es nur drei. Die Polizei sucht nach Gründen.

Im gesamten Kreis-Gebiet sinkt die Zahl der Verletzten nach Unfällen — Ausnahme Jüchen. Im ersten Halbjahr 2013 wurden 13 Menschen schwer verletzt, im ersten Halbjahr 2012 waren es nur drei. Die Polizei sucht nach Gründen.

Warum werden in Jüchen mehr Menschen bei Unfällen schwer verletzt als in anderen Kommunen des Rein-Kreises Neuss? Vor dieser Frage steht jetzt die Kreispolizei. In den ersten sechs Monaten 2013 ereigneten sich in der Gemeinde Jüchen deutlich mehr Unfälle als im ersten Halbjahr 2012. Damit durchbricht die Landgemeinde den allgemeinen Trend: Denn im Kreisgebiet sinkt die Zahl der Verletzten bei Unfällen. Einen Grund kann die Polizei dafür noch nicht ausmachen, so Hans Willi Arnold, Sprecher der Polizei im Rhein-Kreis Neuss: "Wir haben dafür keine eindeutige Erklärung." Doch die Polizei will der ungewöhnlichen Entwicklung jetzt auf die Spur kommen. Mitarbeiter vom Verkehrsdienst der Behörde werden in den kommenden Wochen stärker den Verkehr in Jüchen überwachen — "auf unterschiedliche Weise", wie Arnold ausführt. Die Ergebnisse sollen gesammelt und ausgewertet werden.

Der Blick auf die Unfallstatistik zeigt für den Rhein-Kreis Neuss einen positiven Trend: Wurden in der ersten Jahreshälfte 2012 noch 165 Menschen bei Unfällen schwer verletzt, waren es im Vergleichszeitraum diesen Jahres lediglich 126 — dies entspricht einer Abnahme um 24 Prozent. Ähnlich deutlich sieht laut Hans Willi Arnold der Rückgang bei den leicht verletzten Unfallopfern aus. Um 21 Prozent ging ihre Zahl zurück: Im ersten Halbjahr 2012 waren es 766 Menschen, im ersten Halbjahr 2013 noch 605.

Für jeden Monat analysieren die Mitarbeiter der Kreispolizei die Unfallzahlen. Dabei fiel ihnen die Entwicklung in Jüchen auf: "Die Anzahl der schwer verletzten Verkehrsteilnehmer stieg von drei im ersten Halbjahr 2012 auf jetzt 13 in den ersten sechs Monaten des Jahres 2013", so Arnold.

Das Problem für die Polizei: Sie hat dafür keine Erklärung, denn: "Die Unfallursachen waren unterschiedlich", so der Sprecher der Kreispolizei. Das Spektrum reichte von Vorfahrtsverletzungen, Fehlern beim Abbiegen und Anfahren, Fahren unter Alkoholeinfluss und nicht ausreichendem Abstand. Zudem erstrecken sich die Unfallorte über die gesamte Gemeinde — einen Unfallhäufungspunkt gebe es in Jüchen nicht. Ein Unfallhäufungspunkt kennzeichnet einen Bereich nach festgelegten Kriterien: Innerhalb von definierten Zeiträumen müssen sich bis zu fünf Unfälle mit identischer oder auch unterschiedlicher Ursache ereignet haben.

Was die Polizei jetzt in Jüchen unternehmen will: Sie will verstärkt kontrollieren — etwa an Einmündungen und Kreuzungen die Beachtung der Vorfahrtsregeln oder Autofahrer auf Alkohol- oder Drogeneinfluss. Auch Kontrollen zur Geschwindigkeitsüberwachung sind vorgesehen. Wie viele Beamte im Einsatz sein werden, weiß Hans Willi Arnold noch nicht: "Das hängt von den Ressourcen ab."

(NGZ)