NRW-Ringerinnen verteidigen Deutschen Meistertitel in Dormagen

Ringen: NRW-Ringerinnen bleiben das Maß der Dinge

Bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Frauen in Dormagen konnte der Gastgeber souverän seinen Titel verteidigen.

Die Ringerinnen aus Nordrhein-Westfalen haben ihren Landestrainer Heinz Schmitz eines Besseren belehrt. Der hatte vor den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften nämlich noch seine Zweifel an der Titelverteidigung. Spätestens nach der Vorrunde war aber wohl auch Schmitz klar, dass auch in diesem Jahr seine Mädchen das Maß der Dinge sind.

Am Abend vor dem Wettkampftag spielte Dormagens Dezernentin Tanja Gaspers die Losfee und zog die Gruppen für die Meisterschaften. Im Pool A landete Team NRW mit den Landesverbänden Würtemberg, Saarland und Berlin. In der Dreiergruppe begegneten sich Hessen, Südbaden und der Freistaat Bayern. Während sich die Ringerinnen aus Nordrhein-Westfalen nach einem knappen Duell mit Würtemberg (18:14) am Ende souverän als  Gruppenerster durchsetzen, entschied Südbaden die zweite Gruppe für sich. Alle Verbände hatten einen Kampf gewonnen, so dass die einzelnen Punkte zur Auswertung der Gruppe herbeigezogen werden mussten. Das Saarland und Hessen schafften jeweils als Gruppenzweite noch den Sprung ins Halbfinale.

Auch ohne die Ex-Weltmeisterin Aline Focken, die sich zur Zeit auf Hochzeitsreise mit ihrem Ringerkollegen Jan Rotter befindet, glänzte das Team NRW mit prominenter Unterstützung der Ringerinnen des AC Ückerath. „Unsere Mädels haben sich in einen Rausch gekämpft“, erklärte Schmitz, den diese Leistung selber ein wenig verwunderte. Das Trainerurgestein sagte aber auch: „Die Truppe ist heute zusammengewachsen und harmoniert einfach super.“ Deutlich wurde die starke Mannschaftsleistung im Halbfinale. Alle Gewichtsklassen – 40, 42, 46, 50, 53, 57, 62, 68 und 76 kg – entschied das Team NRW gegen das Saarland klar für sich. Endergebnis: 34:0 inklusive der Schultersiege von Nina Hemmer und Marlene Toepsch. Im Finale sollte Nordrhein-Westfalen dann auf die Auswahl des Landesverbandes Südbaden treffen. Mit der gleichen Aufstellung wie auch im Semifinale sprang am Ende ein souveräner 23:11-Sieg heraus, der für eine doch unerwartet souveräne Titelverteidigung sorgte. Das junge Team in der Aufstellung: Celine Scharfscheer, Leni Seelig, Marlene Toepsch, Lina Sue Odendahl, Amy Allgaier, Leoni Matthies, Heidi Morjan, Jessica Blaszka, Nina Hemmer, Laura Mertens, Lena Rösler, Lena Kaiser, Jennifer Rösler, Jennifer La Greca und Yvonne Kulartz darf sich nun Deutscher Mannschaftsmeister nennen.

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„Es führt auch in diesem Jahr kein Weg an NRW vorbei“, stellte Schmitz nach dem Wettkampf sehr zufrieden fest. Zum dritten Mal in Folge und zum zehnten Mal seit 2007 ist die Frauenringen-Hochburg NRW der Sieger der Mannschaftsmeisterschaft.  Das Team war gespickt mit Weltklasseringerinnen wie Militärweltmeisterin Nina Hemmer und Laura Martens, die zum Perspektivkader des Deutschen Ringerbundes gehört, oder auch Jessica Blaczka, die zum Olympiakader der Niederlande zählt und für den AC Ückerath startberechtigt ist. Für die besondere Motivation sorgte die heimische Kulisse: „Alle Ringerinnen waren hochmotiviert und wollten zu Hause glänzen“, erzählte Schmitz.

Für den äußeren Rahmen war der Pionierverein AC Ückerath zuständig. „Ich bin immer wieder beeindruckt, wie gut organisiert unser Verein ist. Wir haben aber natürlich auch durch die vielen internationalen Turniere eine große Erfahrung. Da ist ein Turnier solcher Größenordnung keine allzu große Aufgabe mehr“, sagte Detlev Zenk, Vorsitzender des AC Ückerath. Im Anschluss geriet der Ausrichter doch leicht unter Zeitdruck. Die Herren der Zunft standen für ihren Platzierungskampf in der Bezirksliga gegen den KSV Oberhausen bereit. Die Halle wurde allerdings pünktlich übergeben und die Männer des AC Ückerath waren mit 41:24 erfolgreich.

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