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Ein Erreger bereitet Sorge: Noro-Virus in der Reha-Klinik

Ein Erreger bereitet Sorge : Noro-Virus in der Reha-Klinik

Während überall die Schweinegrippe gefürchtet wird, haben die Verantwortlichen in der Niederrhein-Klinik in Korschenbroich ein ganz anderes Problem: Sie zählen aktuell 76 Noro-Virus-Fälle.

Korschenbroich Hinweisschilder und Desinfektionsständer am Eingang, an den Aufzügen und den Treppenaufgängen — alles deutet auf die aktuelle Situation hin: Ausnahmezustand in der Niederrhein-Klinik. Seit Wochenende häufen sich die Noro-Virus-Fälle. Die Patientenzahl ist zwischenzeitlich auf 76 angestiegen. Allerdings ist Geschäftsführer Reinhard Strauch (49) zuversichtlich, die "schlimmste Phase" schon überstanden zu haben. "Am Wochenende war es heftig, mit täglich über 20 neuen Fällen." Mittlerweile gehen die Neuerkrankungen zurück. Gestern wurden dem Kreisgesundheitsamt "nur noch neun neue Fälle" gemeldet. Laut Strauch werden derzeit noch 36 Patienten isoliert.

Beim Noro-Virus handelt es sich um eine heftige Schmutz-Schmier-Infektion. "Diese Form von Brechdurchfall, vielfach mit Fieberschüben kombiniert, darf nicht unterschätzt werden", warnt dann auch Dr. Maria Eisenhuth (51). Die stellvertretende Kreisgesundheitsamtsleiterin und Gesundheitsaufseher Volker Steinmann (45) stehen in täglichem Kontakt mit der Niederrhein-Klinik. "Wir waren vor Ort und haben mit dem Geschäftsführer und den beiden leitenden Fachärzten die wesentlichen hygienischen Vorsorgemaßnahmen durchgesprochen."

Für Strauch ist es ganz klar: "Die halten wir peinlichst genau ein." Damit sich das Virus nicht noch weiter verbreitet, wurde die Reinigungsfrequenz erhöht. Am Dienstag trafen für sämtliche 240 Einzelzimmer Desinfektionsmittel ein, die bereits verteilt sind. Und auch im Speisesaal setzt Reinhard Strauch auf Sicherheit: "Wir haben vorsorglich die Selbstbedienung abgeschafft. Die Speisen werden am Tisch serviert, damit das Virus nicht am Buffet weitergereicht wird. Wir wollen jedwede Infektionsmöglichkeiten ausschalten."

Die infizierten Patienten werden derzeit auf ihren Zimmern isoliert. Kommen Angehörige zu Besuch, werden sie über große Hinweisschilder gebeten, zunächst Kontakt mit den Stationsschwestern aufzunehmen. "Angehörige werden auf die Hygienemaßnahmen hingewiesen", erklärt Strauch die Vorgehensweise. Nur wenn alle mitziehen, könne eine Kettenreaktion ausgeschlossen werden. Davon ist auch das Personal betroffen: "Schwestern und Therapeuten betreten nur mit Einmal-Kittel, Mundschutz und Handschuhen die betroffenen Patientenzimmer."

(RP)