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Fußball: Norf kickt im Doppelpack um Punkte

Fußball : Norf kickt im Doppelpack um Punkte

Ohne einen klaren Aufstiegsfavoriten und mit starken Neulingen startet die Fußball-Kreisliga A in die Saison 2013/14.

Kein Topfavorit, dafür ein doppeltes Norf, ein VfR Neuss mit vielen Fragezeichen, interessante Aufsteiger und einige Sorgenkinder: Vor dem (Früh-)Start am Donnerstag mit gleich drei Spielen verspricht die Saison 2013/14 in der Fußball-Kreisliga A jede Menge Spannung. Nach dem Aufstieg des dominanten Meisters TuS Hackenbroich und der zuletzt nicht minder starken SG Orken/Noithausen darf sich rund ein halbes Dutzend Teams Hoffnung auf einen der ersten beiden Plätze machen.

Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Das interessanteste Konstrukt bietet sicherlich der TSV Norf, der gleich mit zwei Mannschaften in der "LigA" antritt. Gleiches hatten zuletzt von 2003 bis 05 der BV Weckhoven (ging im zweiten Jahr ziemlich schief) und in der Saison 2009/10 der Polizei SV (ging nach einem kurzen Hoch nachhaltig ziemlich schief) gewagt.

Die Norfer wollen möglichen Komplikationen indes mit einem durchdachten Konzept entgegen treten: "Die jungen Leute ziehen wir in der ersten Mannschaft zusammen, die routinierten in der zweiten", sagt Abteilungsleiter Andre Prein, gleichzeitig Coach der "Reserve". Zu seinem Kader zählen Haudegen wie Oliver Klein, Nektarios Papadoulos und Miguel Sueiro, während Emil Kezic als Trainer der Erstvertretung größtenteils auf das bewährte Personal des vergangenen Jahres zurückgreifen kann, als der Aufstieg knapp verpasst wurde. Beide Norfer Teams haben durchaus Potenzial, oben mitzuspielen.

Gleiches gilt auch für den FC Delhoven, der sich unter anderem mit Sascha Querbach und Andre Grunzel namhaft verstärkt hat, die SG Rommerskirchen/Gilbach, die mit Trainer Michael Ende endlich die erhoffte Kontinuität erreicht hat, sowie den SV Bedburdyck/Gierath, der mit dem bewährten Personal um Kevin Mülfarth und Michael Fabry in die Saison geht.

Der große Unbekannte dürfte indes der VfR Neuss sein. Nach dem heillosen Durcheinander um Vorstandswechsel, Stadionverlust und drohender Liquidation geht es nun doch in Weckhoven weiter. Der Kader liest sich mit neu verpflichteten Wandervögeln wie Jesko Rehers (MSV Hillal), Maurice Simmons (SV Wersten) und Ahmet Pekin (DJK Gnadental) gar nicht einmal schlecht. Bereits morgen (19.30 Uhr) wartet im Derby beim SC Grimlinghausen die erste Bewährungsprobe. Das Gesicht des SCG hat sich derweil kaum geändert: Trainer Jörg Gartz geht mit dem gewohnten Personal in seine vierte Spielzeit, ein gesicherter Mittelfeldplatz ist erneut realistisch.

Die Chance auf eine sorgenfreie Saison haben derweil auch der BV Wevelinghoven, der sich unter anderem mit dem feinen Techniker Luigi Cottitto verstärkt hat, und die Türkische Jugend Dormagen, die nach dem nur knapp erreichten Klassenverbleib mit den Horremern Ayhan Karadeniz, Marcel Bückendorf und Sascha Bückendorf sowie dem Delhovener Musa Yesilbag für frischen Wind gesorgt hat.

Eine durchaus gute Rolle könnten auch die drei weiteren Aufsteiger neben dem TSV Norf II spielen: Die "LigA"-Neulinge sind allesamt einstige Bezirksliga-Stammgäste, die nach Jahren der Krise die Talsohle durchschritten haben und angreifen wollen. Der VfR Büttgen meldet sich nach vier Jahren zurück, die schlagkräftige Truppe verstärkte Trainer Cengiz Yavuz noch mit Hasan Ulusoy (Weißenberg).

Auch Rheinwacht Stürzelberg, 2009 mit Büttgen abgestiegen, darf mit Trainerfuchs Rainer Voigt und einen durchaus erfahrenen Kader mit Routiniers wie Markus Peters und Volkan Öktem Ansprüche anmelden. Drei Jahre war der SV Glehn in den Tiefen der Kreisliga B verschwunden. Mit neuem Coach (Markus Franzen) und Ur-Glehnern wie Marc und Tobias Ingenfeld will sich der lange als "unabsteigbar" geltende Bezirksligist nun wieder in der höchsten Kreisklasse häuslich einrichten.

Eher kleine Brötchen wird wohl wieder der FC Zons backen. Der einstige Verbandsligist verlor in Jonas Yared (Hackenbroich) und Sebastiano Usala (Worringen) wertvolles Personal, dürfte dies aber durch die Neuen Kim Siering (FC-Süd), David Schiffer und Kevin Zucht (beide Nievenheim II) auffangen können. Dennoch geht es für das Team von Trainer Lulzim Iseni wohl wieder gegen den Abstieg. Gegen den muss sich auch die DJK Novesia stemmen. Der neue Trainer Jens Gerhard kann aber auf die mannschaftliche Geschlossenheit der überwiegend portugiesischen Truppe bauen.

Eine schwere Spielzeit steht wohl dem RS Horrem und der SVG Grevenbroich bevor. Die Horremer verloren mehr als die Hälfte ihrer Leistungsträger, haben aber immerhin in Mehmet Altin einen ausgebufften Coach und Routiniers wie Frank Bordelius (Stürzelberg) und Ahmet Dogan (Zons) an den Rudolf-Harbig-Weg lotsen können. Wie das Gesicht der SVG nach dem Abgang des bestimmenden Spielertrainers Murat Aydin aussehen wird, ist indes noch immer unklar.

(NGZ)