Lokalsport : Noch viele Fragen offen

Am 3. September geht's los, das steht fest. Gegen wen der TSV Bayer Dormagen dann in seine insgesamt 14. Spielzeit in der Handball-Bundesliga, die erste nach dem Rückzug in die Regionalliga vor sieben Jahren, startet, indes noch nicht. In Berlin, in Magdeburg, in Kiel oder in Nordhorn lauten die Optionen, je nachdem, welcher Klub aus dem Oberhaus absteigt und welche dadurch freiwerdende Schlüsselzahl für den Spielplan dem TSV zugewiesen wird.

Am 3. September geht's los, so viel steht fest. Das meiste andere noch nicht. Unter welchem Namen und in welcher Rechtsform der TSV Bayer Dormagen dann aufläuft ist ebensounklar wie in welcher Formation. Zwar besitzt ein Großteil der Spieler noch Verträge über das Saisonende hinaus. Zwar steht in Person von Adrian Pfahl (zum VfL Gummersbach) erst ein Abgang fest. Zwar sagt Trainer Kai Wandschneider: "Am liebsten möchte ich alle behalten."

Doch hinter mindestens einem halben Dutzend Namen steht ein Fragezeichen. Schließlich laufen die Verträge von Kjell Landsberg, Ingo Meckes, Peter Sieberger, Michiel Lochtenbergh, Máté Jósza und Matthias Reckzeh am 30. Juni aus. Und Gerüchte besagen, dass Alexander Koke seinen noch ein weiteres Jahr gültigen Vertrag auflösen möchte.

Der Mittelmann, am Samstag beim 36:27-Sieg über die TSG Friesenheim als einziger Feldspieler nicht eingesetzt, wird mit dem hessischen Oberliga-Meister und künftigen Regionalligisten HSC Kassel in Verbindung gebracht, bei dem der Ex-Dormagener Michael Kopeinigg als Sportlicher Leiter (und Spieler) die Fäden zieht. Bei dem künftig unter dem (noch nicht genehmigten) neuen Namen MEG Kassel an den Start gehenden Team würde Koke in Person von Igor Sharnikau (TuSEM Essen), Benny Lindt (Stralsund, Ahlen), Maros Kolpak (Kronau/Östringen), Sead Kurtagic (Melsungen) und Trainer Dragan Markovic (Willstätt, Wetzlar) auf viele Bekannte aus Erster und Zweiter Liga treffen.

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Trennen wird sich der TSV vermutlich von einem der drei Kreisläufer (Landsberg, Meckes, Jószá) - wen es trifft, hängt sicher vom Fitnesszustand von Kjell Landsberg ab, der nach seiner Kreuzbandoperation wieder das Training aufgenommen hat. Die Fitness dürfte auch bei Peter Sieberger ausschlaggebend sein - neben der Frage, ob sich sein Dienst in einem Leverkusener Krankenhaus mit einem Engagement in Liga eins vereinbaren lässt. Dagegen dürfte eine Vertragsverlängerung von Michiel Lochtenbergh eher Formsache sein. Spannend hingegen die Frage, welche Rolle Matthias Reckzeh künftig spielt. Der Torhüter hat seit der Verpflichtung von Vitali Feshchanka kein Spiel mehr bestritten, saß zuletzt nur auf der Tribüne.

Wer bleibt, ist in diesen Fällen ebenso offen wie die Frage, wer kommt. "Wir brauchen auf jeden Fall einen Linkshänder, und zwar nicht irgendeinen", lautet angesichts des Weggangs von Adrian Pfahl, mit 120 Treffern bester Feldtorschütze des TSV, Wandschneiders Forderung. Auch, weil er das Beispiel des SV Concordia Delitzsch im Hinterkopf hat, der nach seinem Bundesliga-Aufstieg vor drei Jahren in Lars Kaufmann (nach Wetzlar) ebenfalls seinen besten Werfer verlor und sang- und klanglos wieder abstieg. "Und ich möchte eigentlich ein paar Jahre in der Ersten Liga trainieren", sagt der 48-Jährige.

Die Delitzscher kämpfen jetzt sogar um den Klasenerhalt in der 2. Liga, stehen nach ihrer 22:24-Niederlage im "Abstiegsendspiel" beim EHV Aue am Samstag (18 Uhr) ausgerechnet gegen Dormagen unter Zugzwang. "Ich will da gewinnen und die restlichen Spiele möglichst auch", sagt Wandschneider, "ob meine Spieler das auch so sehen, werde ich sie heute Abend fragen."

Da steht nach dem gestrigen freien Tag das erste Training nach der Meisterfeier auf dem Plan. Am Montag wird am Höhenberg sogar zwei Mal trainiert, am Freitag geht's per Bus nach Sachsen. "Wir ziehen unser Programm ganz normal durch," kündigt der Trainer an. Auch wenn die Handball-Bundesliga (HBL) sicher nicht dem Vorschlag von Torhüter Jojo Kurth folgt: "Die Punkte, die wir jetzt noch holen, werden uns für die neue Saison gutgeschrieben." Gebrauchen könnte der TSV sie ab dem 3. September bestimmt.

(NGZ)
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